Todesserie im Krankenhaus: 12 Schwangere gestorben

Fabian Peters

Zwölf schwangere Frauen sind binnen zehn Tagen in einem indischen Krankenhaus verstorben. Die mysteriöse Todesserie ist laut Angaben der Ärzte vermutlich auf verseuchte Injektionen zurückzuführen.

25.02.2011

Im staatlichen Umaid-Krankenhaus in der westindischen Stadt Jodhpur sind innerhalb von nur zehn Tagen zwölf Schwangere verstorben, fünf weitere befinden sich in einem kritischen Gesundheitszustand. Ursache der schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den schwangeren Frauen könnten nach Angaben der Ärzte gegenüber der Zeitung „The Indian Express“ verunreinigte Injektionen gewesen sein.

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Verseuchte Injektionen mögliche Todesursachen der Schwangeren
Nachdem in dem indischen Krankenhaus zwölf Schwangere innerhalb eines Zeitraums von lediglich zehn Tagen verstorben sind, hat die fieberhafte Suche nach den Ursachen begonnen. Als einzig mögliche Erklärung für die rätselhafte Todesserie komme nach Einschätzung der Ärzte am staatlichen Umaid-Krankenhaus bisher die Verwendung verseuchter Injektionen in Frage, berichtet „The Indian Express“. Die schwangeren Frauen seien alle in Folge starker Blutungen gestorben, wobei diese vermutlich durch die intravenöse Injektion einer verunreinigten Flüssigkeit ausgelöst wurden, erklärte einer der zuständigen Ärzte. Bei fünf weiteren Schwangeren sei der gesundheitliche Zustand derzeit immer noch kritisch, erklärte die indische Zeitung unter Berufung auf die Aussagen der Mediziner. Von den Kindern der zwölf verstorbenen Schwangeren, seien zwei noch vor der Geburt gestorben, die zehn anderen Säuglinge haben überlebt und befinden sich in einem stabilen Gesundheitszustand, teilten die behandelnden Ärzte mit.

Polizei ermittelt wegen möglicherweise verseuchter Injektionen
Da die Todesserie schwangerer Frauen in der indischen Klinik vermutlich durch verseuchte Injektionen verursacht wurde, hat die Polizei Ermittlungen gegen den indischen Hersteller und den Vertreiber der Injektionen aufgenommen, berichtet „The Indian Express“. Ob die Flüssigkeit oder nur die Injektionsnadel verunreinigt war oder eventuell noch andere Ursachen für die Todesfälle in Frage kommen, sei im Laufe der weiteren Untersuchungen zu klären. Allerdings sind mangelhafte Zustände in den staatliche Kliniken des indischen Gesundheitssystem keine Ausnahme und oft birgt ein Klinikaufenthalt für die Patienten ein zusätzliches gesundheitliches Risiko. Die Ausstattung der staatliche Krankenhäuser ist chronisch unterversorgt und nur in wenigen modernen Privatkliniken wird eine adäquate medizinische Behandlung der Patienten gewährleistet. Allerdings sind diese Privatkliniken entsprechend teuer und daher nur einer relativ kleinen wohlhabenden Oberschicht und den ausländischen Patienten vorbehalten. (fp)