Tödliche Keiminfektion bei Frühchen in Marburg?

Fabian Peters

Universitätsklinikum Marburg berichtet von zwei Keiminfektion bei Frühchen

08.04.2014

Nachdem am Marburger Universitätsklinikum bei zwei extrem früh geborenen Zwillingen eine Keiminfektion mit Klebsiella oxytoca festgestellt wurde, läuft die Suche nach den Ursachen auf Hochtouren. „Sämtliche eingeleiteten Überwachungsschritte wurden und werden in Kooperation von Universitätsklinikum und Gesundheitsamt gemeinsam unternommen“, so die Pressemitteilung des Klinikums.

Die Infektion mit Klebsiella oxytoca sei im Rahmen einer aufgetretenen Sepsis bei den frühgeborenen Zwillingen, deren Geburtsgewichts jeweils unter 500 Gramm lag, festgestellt worden, berichtet das Universitätsklinikum Marburg. Die Keime würden bei Normalpersonen sehr häufig vorkommen und weisen im vorliegenden Fall keinerlei besondere Resistenzen gegen Antibiotika auf, so die Mitteilung des Klinikums weiter. „Trotz umgehend eingeleiteter, adäquater antibiotischer Therapie“ sei einer der beiden Zwillinge, „die wahrscheinlich an einer zusätzlich bestehenden Stoffwechselerkrankung leiden“, verstorben, berichtet das Krankenhaus weiter. Die umgehend eingeleiteten Untersuchungen hätten ergeben, dass alle anderen „auf der Station behandelten Neugeborenen keine Besiedelungen mit dem vorerwähnten Keim“ zeigen. Folglich habe es keine weiteren Erkrankungs- beziehungsweise Todesfälle gegeben.

Untersuchungen noch nicht abgeschlossen
Bislang läuft allerdings noch die Suche das der Infektionsquelle. Sollte diese innerhalb der Zuständigkeit des Klinikums liegen, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis erneute Infektionen auftreten können. Daher wurden umfassende Untersuchungen zu den möglichen Infektionswegen eingeleitet. „Alle weiteren Schritte und Maßnahmen hängen von den Ergebnissen der Untersuchungen ab“, zitiert die Nachrichtenagentur „dpa“ den Sprecher des Kreises Marburg-Biedenkopf. Bislang seien jedoch keine Hinweise auf Hygienemängel zu erkennen, so der Kreissprecher weiter.

Klinikkeime auf Frühchen-Stationen ein besonderes Problem
Vielfach haben sich in der Vergangenheit Frühgeborene in verschiedenen Kliniken Deutschlands eine tödliche Infektionen mit Krankenhauskeimen zugezogen. Eines der extremsten Beispiele der letzten Jahre bildete das Klinikum Bremen-Mitte, an dem vor gut zwei Jahren mehrere Todesfälle aufgrund einer Ausbreitung multiresistenter Keime der Gattung Klebsiella zu verzeichnen waren. Trotzt umfassender Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen sowie mehrfacher Station-Schließungen konnte die Situation damals lange Zeit nicht unter Kontrolle gebracht werden. (fp)

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Bildnachweis: N.Schmitz / pixelio.de