Tödlicher Liebeskummer – Schlaganfall durch ein gebrochenes Herz

Fabian Peters

Erhöhtes Schlaganfall-Risiko beim Broken-Heart-Syndrome

Tragische Ereignisse wie der Verlust eines nahestehenden Familienangehörigen können das sogenannte Broken-Heart-Syndrom zur Folge haben, das seinerseits zu einem erhöhten Risiko bei verschiedenen Beschwerdebildern führt. Hierzu zählt laut einer Untersuchung von Wissenschaftlern der Universitäts-Medizin Mannheim auch ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko.


Die Wahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei einer Stress-Kardiomyopathie bzw. einem Broken-Heart-Syndrom deutlich höher als nach einem Herzinfarkt, berichteten die Forscher der Universitäts-Medizin Mannheim auf der Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) von ihren Studienergebnissen. Durchgeführt wurde die Studie an Patienten der Universitätsmedizin Mannheim, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, welche über einen Zeitraum von fünf Jahre nachbeobachtet wurden.

Das Broken-Heart-Syndrom wurde in einer aktuellen Studie mit einem deutlich erhöhten Schlaganfall-Risiko in Zusammenhang gebracht. (Bild: Di Studio/fotolia.com)

Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Das Broken-Heart-Syndrom ist auch als Stress-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Syndrom bekannt und beschreibt eine „akut einsetzende, vorübergehende Funktionsstörung des Herzens“, so die Mitteilung der DGK. Diese tritt bei den meisten Betroffenen infolge starker emotionaler Belastungen auf, wobei die genauen Ursachen jedoch unklar bleiben. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und das Syndrom kann auch wiederholt auftreten.

Vergleichbare Mortalität wie bei einem akuten Herzinfarkt

Obwohl die Stress-Kardiomyopathie mit verschiedenen Komplikationen wie zum Beispiel Thromboembolien, einem kardiogenen Schock oder Rhythmusstörungen und erhöhter Sterblichkeit in Verbindung gebracht wird, galt „die Prognose des Takotsubo-Syndroms früher als günstig“, so Dr. Ibrahim El-Battrawy von der Universitätsmedizin Mannheim auf der DGK-Jahrestagung. Neuere Studien hätten jedoch gezeigt, dass Betroffene eine gleich hohe Mortalität aufweisen wie Patienten mit einem akuten Herzinfarkt.

Deutlich erhöhtes Risiko für Schlaganfälle

In der Untersuchung der Mannheimer Wissenschaftler wurde zudem deutlich, „dass die Langzeit-Inzidenz für Schlaganfälle nach fünf Jahren bei Patienten mit dem Takotsubo-Syndrom mit 6,5 Prozent deutlich höher war als bei Patienten mit Herzinfarkt mit 3,2 Prozent“, berichtet Dr. Ibrahim El-Battrawy. Interessanterweise hätten zudem mehr Patienten in der Gruppe mit Stress-Myokardiopathie als in der Herzinfarkt-Gruppe an Karzinomen gelitten, so Dr. El-Battrawy weiter. Hier seien mögliche Assoziationen nun in weiteren Studien zu klären.

Welche Auswirkungen zeigen sich bei anderen Erkrankungen?

Bei anderen überprüften Erkrankungen konnte laut Angaben der Forscher kein Zusammenhang mit dem Broken-Heart-Syndrom festgestellt werden. „Ein Vergleich der Komorbiditäten sowie der Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern, Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas und Bluthochdruck erbrachte keinen relevanten Unterschied“, so die Mitteilung der DGK zu dem Vortrag auf der Jahrestagung in Mannheim. Die Tagung läuft noch bis Samstag und es werden insgesamt mehr als 8.500 aktive Teilnehmer erwartet. (fp)