Tödliches Gesundheitsrisiko durch toxische Diätpillen

Fabian Peters
Industriechemikalie in Diätmitteln kann tödlich wirken
Wenn Menschen abnehmen wollen, versuchen sie oft verschiedene Methoden,um ihre Pfunde loszuwerden. Die meisten Betroffenen bauen dabei auf eine gesündere Ernährung, Sport oder Diäten. In der Öffentlichkeit werden jedoch auch viele „Wundermittel“ beworben, die es ermöglichen sollen einfach und schnell an Gewicht zu verlieren. Jetzt ist in Großbritannien eine junge Frau an illegalen Diätpillen gestorben.

Gerade unter Teenagern und jungen Menschen ist der Konsum von Pillen zum Abnehmen von Gewicht weitverbreitet. Einige dieser Produkte besitzen keine richtige Lizenz und sind trotzdem frei im Internet erhältlich. Schon öfter warnten Mediziner davor, dass die Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen im schlimmsten Fall schädlich sein könnten. Nach dem Tod einer jungen Frau haben sich diese Warnungen jetzt bestätigt.

Diät-Pillen können schlimmstenfalls tödliche Nebenwirkungen haben. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)
Diät-Pillen können schlimmstenfalls tödliche Nebenwirkungen haben. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Giftiges Di-Nitrophenol in illegalen Diätmitteln
Mediziner aus West Sussex in Großbritannien untersuchten den Tod einer 25 Jahre alten Frau, dabei konnte festgestellt werden, dass Rachael Cook an einer tödlichen Dosis toxischem Di-Nitrophenol (DNP) verstarb. Die Frau litt unter Essstörungen und hatte Diätpillen mit „DNP“ eingenommen. Ihr Tod könne eine „zufällige Konsequenz“ der Einnahme sein, vermuteten die Ärzte gegenüber britischen Medien. Der Druck auf Teenager und junge Menschen, immer schlank und attraktiv zu sein, ist groß. Wenn normale Methoden, um Gewicht zu verlieren, nicht wirken, greifen viele zu drastischen Mitteln. Aus diesem Grund verkaufen sich „Wundermittel“ wie Diätpillen im Internet meist sehr gut. Britische Mediziner warnten nun ausdrücklich, dass Diätpillen nicht der richtige Weg seien, um Erfolge beim Abnehmen zu erzielen. Die jungen Leute sollten die möglichen tödlichen Folgen der Einnahme von solchen „Giftpillen“ berücksichtigen. Es sei nicht nötig, dass noch weitere Familien einen jungen Menschen durch solch einen schmerzlichen und unnötigen Tod verlieren, fügten die Ärzte hinzu.

Bereits 5 Tote durch DNP
Bei der Untersuchung der 25 jährigen Frau fanden Mediziner heraus, dass Rachael Cook den schlankmachende Stoff Dinitrophenol (DNP) eingenommen hatte. DNP sei ein Gift und könne zu einer tödlichen Toxizität führen, erklärten britische Ärzte. Das Medikament wird als „Schlankheitsmittel“, „Fatburner“ und Nahrungsergänzungsmittel vermarktet und ist frei über das Internet erhältlich. Schon im Oktober warnte „Public Health England“ vor dem giftigen Stoff. Seit Januar 2007 konnten 24 Fälle von DNP Vergiftungen in Großbritannien beobachtet werden. Fünf davon endeten mit dem Tod Betroffener. Drei der Fälle fanden alleine im Jahr 2013 statt. Im Jahr 2014 sei ein Rückgang zu beobachten gewesen, aber in diesem Jahr seien die Zahlen wieder angestiegen, erklärten die Mediziner in einer Stellungnahme. Meistens nutzen Teenager und junge Menschen Pillen, die DNP enthalten, um abzunehmen.

Interpol warnt in 190 Ländern vor DNP
DNP sein kein lizenziertes Medikament, DNP sei eine Industriechemikalie, die für Menschen absolut ungenießbar ist, erklärten die britischen Mediziner. Es ist illegal den Stoff in Lebensmitteln zu verwenden. Eine der Gefahren von DNP ist, dass es den Stoffwechsel gefährlich schnell beschleunigt. Die Beschleunigung unseres Stoffwechsels kann zur Folge haben, dass Fett verbrannt wird. Aber DNP kann eine Reihe von gefährlichen Nebenwirkungen auslösen und tödliche Folgen haben. Personen, die solche „DNP-Pillen“ nutzen, sollten sich Gedanken über die Auswirkungen machen und die Produkte nicht weiter verwenden, warnte einer der zuständigen Untersuchungsrichter. Der giftige Stoff ist auch als Pulver zu erhalten. Die nicht lizenzierte Substanz unterliegt keinerlei Kontrollen und wird mit mehreren früheren Todesfällen auf der ganzen Welt in Verbindung gebracht. Vor der Industriechemikalie, die nicht zum Verzehr geeignet ist, warnte Interpol bereits im Mai dieses Jahres in 190 Ländern weltweit.(as)