Training ohne Fitnessgeräte viel effizienter

Fabian Peters

Functional Training: Körper schlägt Maschine

09.04.2014

Fitnessstudios liegen im Trend, doch sind dabei seit einiger Zeit neben den modernen Geräten zunehmend auch klassische Trainingsmethoden gefragt, bei denen der eigene Körper als „Fitnessgerät“ dient. Functional Training nennen sich die Übungen, für die immer mehr Fitnessstudios spezielle Freiflächen einrichten. Durch das Training werden nicht nur einzelne Muskelgruppen angesprochen, sondern es stärkt den Körper insgesamt. Zudem bringt das Gruppentraining eine spezielle Motivation mit sich.

Im Wesentlichen wird beim Functional Training das eigene Körpergewicht genutzt, doch auch Kugelhanteln, Seile, Medizin- oder Gymnastikbälle können als Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Die einzelnen Übungen sind zeitlich stark begrenzt oder werden nur in einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen ausgeführt. Dafür kommen im Rahmen einer Trainingseinheit jedoch zahlreiche unterschiedliche Übungen zum Einsatz. Bei einem einstündigen Functional Training werden somit etliche Muskelgruppen angesprochen. Davon profitieren die Koordination, Ausdauer, Kraft und die Bewegungsabläufe insgesamt. Insbesondere das Training der Rückenmuskeln, Bauchmuskeln, Hüftmuskulatur und Schulterblattmuskulatur spielt bei den Übungen oft eine wesentliche Rolle, da diese entscheidend für die Stabilisation des Körpers sind. Gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ erklärte Dustin Tusch vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), dass Functional Training derzeit der größte Trend in der Fitnessbranche sei.

Verbesserte Beweglichkeit und erhöhte Muskelkraft
Die Fitnessstudios reagieren auf den Trend, indem vermehrt entsprechende Trainingseinheiten angeboten und extra Freiflächen hierfür geschaffen werden. Ursprünglich wurde Functional Training vor allem im Rahmen der Rehabilitation beziehungsweise der Physiotherapie eingesetzt. Insgesamt führt das spezielle Training, wenn es richtig durchgeführt wird, zu einer besseren Beweglichkeit und Stabilität der Gelenke sowie zu effizienteren Kraftmustern. Diesen Effekt hat sich in der Vergangenheit auch der Profisport zu Nutze gemacht, da hierdurch das Potenzial für eine Verletzung bei sportlichen Aktivitäten deutlich reduziert werden kann. Professor Christoph Eifler von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken erläuterte hierzu gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“, dass das Functional Training „der Verletzungsprophylaxe dient, also die Verletzungsgefahr verringert und zugleich die Leistungsfähigkeit verbessert.“

Functional Training mit geringerem Verletzungsrisiko
Durchgeführte Studien, in denen der Effekt des klassischen Gerätetrainings mit dem des Functional Trainings verglichen wurde, haben gezeigt, dass letzteres zu einer deutlich höheren Muskelkraft sowie zu einem wesentlich besseren Gleichgewichtssinn und einer verbesserten Beweglichkeit führt. Auch der ehemalige Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft kannte die Vorteile dieser Trainingsmethode und hatte sie daher erstmals im größeren Stil bei den Profifußballern angewandt. Obwohl das Training an Geräten auf den ersten Blick möglicherweise sicherer scheint, gehen Sportmediziner davon aus, dass die hierbei "erfolgende Beschränkung der Bewegungen auf eine einzige Ebene, die zudem oft eine unnatürliche Form hat, fehlerhafte Bewegungsmuster begünstigt und daher eher zu Verletzungen führen kann". So hat das Functional Training sich im "Profisport mittlerweile gegenüber dem Gerätetraining in vielen Bereichen durchgesetzt".

Functional Training bei Frauen besonders beliebt
Die Beliebtheit des Functional Trainings ist nach Einschätzung der Branchenkenner auch auf den wachsenden Anteil weiblicher Kundschaft in den Fitnessstudios zurückzuführen. Denn Frauen haben eher selten Spaß am Gewichte-Stemmen und streben in der Regel keine ausgeprägte Bodybuilder-Muskulatur an, sondern wollen sich insgesamt in Form bringen. Auch kommt ihnen das Training in der Gruppe oftmals besonders entgegen. Zudem werden die Übungen individuell angepasst, so dass sie "auch für Einsteiger gut geeignet sind". Professor Christoph Eifler kommt zu dem Schluss, dass „das Functional Training eindeutig als Trend zu erkennen ist, nicht nur in den Studios, sondern insgesamt im Freizeitsport.“ (fp)

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