Trierer Kinder-Intensivstation von Keimen befallen

Heilpraxisnet

Trierer Kinder-Intensivstation von Keimen befallen

07.11.2013

Trotz erhöhter Schutzmaßnahmen breitet sich im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier, der gefährliche Keim „Serratia marcescens“ immer weiter aus. Dieses eigentlich an sich harmlose Bakterium ist in der Natur weit verbreitet. Viele Menschen tragen es sogar in sich, ohne wirklich an zu erkranken. Lebensbedrohlich kann der Keim aber für Frühgeboren werden. Ihr Immunsystem hat noch nicht genügen Abwehrkräfte, um sich gegen ihn zu schützen. Infektionen können zu Blutvergiftungen führen, die bei Kindern schnell tödliches Ausmaß erreichen. Bereits am 21. Oktober war die Klinik, die als einzige in der Region eine Frühgeborenenstation hat, an die Öffentlichkeit gegangen. Zu diesem Zeitpunkt haben bereits sieben zu früh geborene Babys Keime in sich getragen. „Als der siebte Serratia-Fall festgestellt wurde, sei klar gewesen, dass wir die Ausbreitung nicht in den Griff bekommen“, sagte seiner Zeit Oliver Kunitz, medizinischer Geschäftsführer des Mutterhauses . Helfen könnte eine Desinfektion der Räume. Dies ist aber erst möglich, wenn alle Früh- und Neugeborenen entlassen sind.

Momentan sind noch zehn Babys auf der isolierten Station untergebracht. Acht von Ihnen tragen das Bakterien der Gattung Serratia in sich. Vorsorglich hat man lieber die Kinderintensivstation und die benachbarte Station geschlossen, obwohl dort keine Keime entdeckt worden sind. Für Notfälle wurde vorübergehend eine Behelfs-Intensivstation aufgebaut. Bis zu 200 sogenannter Risiko-Babys kommen jedes Jahr im Mutterhaus zur Welt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, hat sich der Keim dennoch ausbreiten können. "Wir haben keine Erklärung, wo der Keim herkommt", sagt Chefarzt Thomas und weist nochmal ausdrücklich darauf hin, dass die Station mit den gesunden Neugeborenen und die Intensivstation nicht betroffen sind.

Keime in Krankenhäusern sind keine Seltenheit
Berichte über gefährliche und resistente Keime in Krankenhäusern, in deren Folge sich auch Patienten infizierten, gab es in der Vergangenheit des öfteren. Dabei mussten Stationen häufig geschlossen werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Gelegentlich gab es auch Todesfälle. Bisher ist in Trier noch kein Kind wirklich zu Schaden gekommen. Dies liegt nicht zuletzt an den schnell eingeleiteten Schutzmaßnahmen, die eine Ausbreitung verhindern konntne. Trotzdem muss geklärt werden, wie die Bakterien auf die Intensivstation gelangen konnten. Denn alle zusätzlichen Risiken für die eh schon schwachen Säuglinge, sollten so weit wie möglich minimiert werden (fr)

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