Trinkwasser oft mit Keimen belastet

Heilpraxisnet

Gesundheitsbehörden stellten fest, dass das Trinkwasser oft mit gefährlichen Keimen belastet ist

Das Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist oftmals mit Keimen verunreinigt, wie eine bundesweite Untersuchung der Gesundheitsämter festgestellte. Untersucht wurde das Wasser aus der Leitung vor allem in öffentlichen Gebäuden wie Bundeswehrkasernen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und weiteren öffentlich zugänglichen Einrichtungen.

Bislang galt das Trinkwasser in Deutschland als sehr sauber. Doch nach Untersuchungen der Gesundheitsbehörden zeichnet sich ein anderes Bild ab. Wie die Zeitung "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" aus Essen berichtet, ist das Trinkwasser häufig mit Krankheitsauslösenden Bakterien verunreinigt. Bei Wasserproben zwischen 2003 und 2009 wurden rund 20.000 Proben entnommen. Dabei fanden die Wissenschaftler Krankheitserreger wie Legionellen und "Pseudomonaden" und weitere Bakterien. Diese Erreger können Krankheiten wie Lungenentzündung, Entzündungen der Harnwege sowie Infekte durch Brandwunden hervor rufen. Vor allem chronische Kranke und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem nicht stark genug ausgeprägt ist.

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Laut dem Zeitungsbericht fanden die Forscher in 2908 der insgesamt 22,786 Wasserproben Legionellen-Bakterien. In 102 von 3468 entnommen Proben wurde sog. "Pseudomonaden“ Keime nachgewiesen. Diese sind u.a. für Blasenentzündungen, Lungenentzündung und Infekten bei Brandwunden verantwortlich. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt für Menschen mit einem gesunden und normal ausgeprägten Immunsystem keine besondere Gefahr für die Gesundheit dar. Gefährdet sind allerdings Menschen, die sich im Seniorenalter befinden, chronisch krank sind oder bei denen das Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Zu der letzten Gruppe gehören Kinder und Säuglinge.

Die Wasserproben wurden von den Gesundheitsbehörden in ganz Deutschland entnommen. Die gesamte Auswertung erfolgte im Anschluss durch die Universität Essen. Der mit der Auswertung beschäftigte Prof. Hans-Curt Flemming kritisierte, dass die Gesundheitsbehörden insgesamt personell unterbesetzt seien. Aus diesem Grund sei auch die Kontrolldichte nicht angemessen, so die Kritik. Insgesamt müssen Ämter bei ca. 40.000 öffentlichen Gebäude die Wasserqualität kontrollieren. Der größte Ausbruch einer Legionellen-Epidemie in Deutschland ereignete sich Anfang Januar 2010 im Raum Ulm. Insgesamt starben 5 Menschen an den Folgen der Infektion, 64 Menschen hatten sich infiziert. Ein altes Hausmittel kann vor einer Legionellen Infektion schützen. Wird das Wasser auf mindestens 70 Grad erhitzt, so sterben die Baketrien ab. (sb, 28.09.2010)