Trockenes Wetter begünstigt Pollenflug

Fabian Peters

Heuschnupfen-Patienten leiden dieses Jahr besonders stark

29.04.2011

Die relativ warme und trockene Wetterlage der letzten Wochen hat eine extreme Pollenbelastung der Luft zur Folge. Die Wolken aus gelblich-grünem Blütenstaub machen den Aufenthalt im Freien für Allergiker momentan besonders unangenehm.

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Neben Pappel-, Weiden- und Eschenpollen besteht der Blütenstaub derzeit zum Großteil aus Birkenpollen, auf die viele Heuschnupfen-Patienten besonders empfindlich reagieren. Das relativ warmen, trockenen Wetter begünstigt dabei einen massiven Pollenflug, der den Aufenthalt im Freien für Allergiker zu einer erheblichen Belastung werden lässt.

Heuschnupfen-Patienten hoffen auf entlastenden Regen
Nicht nur die Landwirte sondern auch die Heuschnupfen-Patienten sehnen sich momentan nach Regen. Während die einem um ihren Ertrag fürchten, hoffen die anderen auf ein paar symptomfreie Tage, ohne juckende Augen, laufende Nasen, Niesattacken, Husten oder Kopfschmerzen. Denn nach dem Regen, geht die Pollenbelastung in der relativ feuchten Luft deutlich zurück. Das Wasser bindet den Blütenstaub und die Allergiker können einigermaßen frei durchatmen. Solange jedoch kein Niederschlag fällt, müssen die Heuschnupfen-Geplagten einen anderen Weg finden, um mit den Symptomen ihrer Krankheit zu leben. Oder sie begeben sich in Behandlung, in der Hoffnung den Heuschnupfen gänzlich zu besiegen.

Behandlung der Heuschnupfen-Symptome – Schutzmaßnahmen gegen Pollen
Zur Behandlung der Heuschnupfen Symptome dienen in erster Linie sogenannte Antihistaminika, die eine Überreaktion des Körper weitgehend unterbinden. Die Ursachen des Heuschnupfens können durch den Einsatz der Arzneimittel jedoch nicht behoben werden und es drohen darüber hinaus mögliche Nebenwirkungen. Um die Symptome zu lindern, sollte nach Aussage von Experten – wie Dr. Wolfram Feußner, Allergologe und Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde aus Kassel und Prof. Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung in Hannover – der Kontakt mit dem allergieauslösenden Blütenstaub insgesamt möglichst minimiert werden. Zum Schutz vor Heuschnupfen sollten die Fenster tagsüber geschlossen bleiben und nur Abends oder nach dem Regen gelüftet werden, betonten die Experten. Außerdem wird Heuschnupfen-Patienten empfohlen, ihre Straßenkleidung in einem gesonderten Raum abzulegen und diese nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Auch vermehrtes Haarewaschen und Reinigen des Gesichts insbesondere vor dem Schlafengehen helfe die Pollenbelastung zu reduzieren. Allergiker können darüber hinaus nach einem längeren Aufenthalten im Freien und vor dem Einschlafen die Nasenschleimhaut mit Hilfe einer Nasendusche vorsichtig reinigen, um sie von den Pollen zu befreien, erklärte Professor Harald Morr. Der Geheimtipp von Dr. Feußner zur Heuschnupfen-Vorbeugung lautet indes: Die Nase innen mit ein wenige Vaseline einreiben und mit etwas Speiseöl gurgeln.

Behandlung von Heuschnupfen in der konventionellen Medizin und der Naturheilkunde
Die Ursachen des Heuschnupfen werden mit all diesen Methoden jedoch nicht behoben. Hierfür bietet sich aus schulmedizinischer Sicht bisher lediglich die Hyposensibilisierung an, bei der das Immunsystem der Patienten über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren mit kleinen Dosen der Allergene langsam an die Allergieauslöser gewöhnt wird. Bei Erfolg der Therapie zeigen die Patienten fortan keine allergischen Reaktionen. Der naturheilkundliche Ansatz der Heuschnupfen-Behandlung beruht im wesentlichen ebenfalls auf einer Therapie der Ursachen, wobei zum Beispiel mit pflanzlichen Therapien, Entspannungsverfahren, Magnetfeld/Bioresonanz-Verfahren, Eigenblut-Therapien sowie Selbstsuggestion, Akupunktur und Homöopathie bereits vielversprechende Behandlungserfolge erzielt wurden. Sollten die Heuschnupfen-Symptome im Verlauf der Behandlung jedoch nicht zurückgehen, ist den betroffenen Allergikern jedoch dringend zu empfehlen, eine schulmedizinische Behandlung der Symptome in Anspruch zu nehmen, da ein unbehandelter Heuschnupfen laut Aussage der Experten schlimmstenfalls zu Asthma und anderen Atemwegserkrankungen führen kann. (fp)