TV-Köche warnen: Zucker macht süchtig wie Nikotin

Alfred Domke

Salz und Zucker schuld an Übergewicht

19.06.2013

Übergewicht ist in Deutschland ein enormes Gesundheitsproblem, mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Wesentliche Schuld daran wird Salz und Zucker zugeschrieben, nicht zuletzt im sogenannten Fast Food. Die beiden prominenten Fernseh-Köche Rach und Schuhbeck sehen bei beiden Zutaten eine ähnliche Wirkung wie bei Drogen und erklären, wie leicht es ist, sie zu ersetzen.

Salz und Zucker wirken wie Drogen
Kochshows im deutschen Fernsehen und auch im Internet erfreuen sich einer stets wachsenden Popularität. Zwei der bekanntesten TV-Köche warnen nun vor verbreiteten Ernährungsgewohnheiten hierzulande. So wirken laut den Köchen Christian Rach und Alfons Schuhbeck Salz und Zucker wie Drogen und Massentierhaltung vergifte die Menschen. Hoher Blutdruck und ein Abstumpfen der Geschmacksnerven seien Folgen der Ernährungsfehler der Deutschen. Der prominente Koch thematisiert in seiner neuen Fernsehsendung „Rach deckt auf“ typische Ernährungsfehler der Deutschen und sagt dem Fast Food und Billig-Produkten den Kampf an. Rach und Schuhbeck versuchen auch in der Kolumne der „Bild“-Zeitung „Die Wahrheit über unser Essen“ gegen die Ernährungssünden der Deutschen anzukämpfen.

Schlimmster Fehler ist die Massentierhaltung
Laut Rach ist die Massentierhaltung Deutschlands schlimmster Fehler in der Nahrungsindustrie. Anders als zum Beispiel in südeuropäischen Ländern sind die Deutschen bei ihren Ausgaben für Essen ziemlich geizig. Das Resultat dieses Spardenkens sind billige Produkte aus dem Supermarkt, die oft von minderer Qualität sind. Er meint auch, dass Döner und Burger nur durch diesen Spareffekt so populär wurden. In Deutschland würde in der Regel schnelles und kostengünstiges Essen bevorzugt. Die Köche geben jedoch zu bedenken, dass es auch viele gesunde Gerichte gebe, die in kurzer Zeit zubereitet werden können und für den kleinen Geldbeutel geeignet sind. Und obwohl bekannt ist, dass durch Fast Food verschiedenste gesundheitliche Gefahren, wie zum Beispiel Allergien ausgehen, wollen die wenigsten Bundesbürger darauf verzichten. Dies komme unter anderem daher, dass der darin enthaltene Zucker ähnlich süchtig mache wie Nikotin.

Sojasauce und Süßholzsaft als Ersatz
Die deutsche Bevölkerung müsse von Zucker und Salz entwöhnt werden, meint Schuhbeck. Salzkonsum und Bluthochdruck stehen in direktem Zusammenhang und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhofft sich mit einer Reduktion des Salzkonsums einen deutlichen Rückgang der steigenden Zahl von chronischen Erkrankungen. Salz und Zucker seien auch mitverantwortlich dafür, dass Geschmacksnerven abstumpfen. Beide Nahrungsmittel wären so einfach durch gesündere zu ersetzen, etwa durch Sojasauce und Süßholzsaft. Eine weitere Alternative stellt die zuckersüße Pflanze Stevia dar. Der erst seit 2011 in der EU zugelassene natürliche Süßstoff Stevia könnte hier in Zukunft vermehrt als Zuckersatz zum Einsatz kommen. Die Extrakte der Stevia-Pflanze schmecken bis zu 400 Mal süßer als herkömmlicher Zucker, ohne mit vergleichbaren gesundheitlichen Risiken belastet zu sein. Grundsätzlich muss der Konsum von Salz, Zucker oder Fast Food nicht unmittelbar schädlich sein. Aber der TV-Koch Rach warnt, dass jeder mit seiner Gesundheit spielt, wenn er täglich einen Döner zu sich nimmt.

Bewusstsein fürs Essen schaffen
Die beiden Köche wollen mit ihren Appellen ein Bewusstsein fürs Essen und den Umgang damit schaffen. Sie wollen über die Herstellung und Risiken aufklären und zwar nicht nur gegenüber den Konsumenten, sondern auch bei den Produzenten. In Deutschland sind über 3.000 chemische Zusatzstoffe in Lebensmitteln zugelassen, und bei vielen davon ist bislang unbekannt, wie sie im menschlichen Körper wirken. Als Rat, sich gesund zu ernähren, gilt laut Schuhbeck, viel selbst zu Kochen und das mit guten Gewürzen. Diese würden Krankheiten vorbeugen, sowie den Stoffwechsel und das Immunsystem stärken. Und sie seien außerdem die besten Radikalenfänger, soweit man sie nicht zu stark erhitzt, meinten die Köche abschließend. (ad)

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Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de