Über zehn Jahre Übergewicht erhöht laut einer Studie das Krebsrisiko

Übergewicht schadet der Gesundheit. Besonders Frauen sollten auf ein gesundes Körpergewicht achten. Durch Übergewicht steigt bei Frauen das Krebsrisiko massiv an. Alle zehn Jahre die eine Frau übergewichtig ist, steigt das Risiko für Krebserkrankungen um etwa sieben Prozent an. (Bild: esolla/fotolia.com)
Alexander Stindt
Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen
Es ist schon lange Zeit bekannt, dass Übergewicht nicht gut für unsere Gesundheit ist. So wurden Übergewicht und Fettleibigkeit beispielsweise auch schon mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht. Aber wie wirkt es sich genau auf unser Krebsrisiko aus, wenn wir jahrelang übergewichtig sind. Eine Langzeitstudie von fast 74.000 postmenopausalen Frauen ergab jetzt, dass Frauen für jedes Jahrzehnt mit Übergewicht ihr Risiko für die Entstehung von Krebserkrankungen um bis zu sieben Prozent erhöhen.

Übergewicht und Fettleibigkeit können das Risiko für einige Krebserkrankungen erhöhen. Ein internationales Team aus Wissenschaftlern stellte jetzt bei einer Untersuchung fest, dass Frauen ihr Krebsrisiko um sieben Prozent erhöhen wenn sie über einen Zeitraum von zehn Jahren übergewichtig sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Langzeitstudie jetzt in der Fachzeitschrift „PLOS Medicine“.

Übergewicht schadet der Gesundheit. Besonders Frauen sollten auf ein gesundes Körpergewicht achten. Durch Übergewicht steigt bei Frauen das Krebsrisiko massiv an. Alle zehn Jahre, die eine Frau übergewichtig ist, steigt das Risiko für Krebserkrankungen um etwa sieben Prozent an. (Bild: esolla/fotolia.com)
Übergewicht schadet der Gesundheit. Besonders Frauen sollten auf ein gesundes Körpergewicht achten. Durch Übergewicht steigt bei Frauen das Krebsrisiko massiv an. Alle zehn Jahre, die eine Frau übergewichtig ist, steigt das Risiko für Krebserkrankungen um etwa sieben Prozent an. (Bild: esolla/fotolia.com)

Studie untersucht Zusammenhang zwischen BMI und Krebsrisiko
Dies ist die erste Studie die speziell den Zusammenhang zwischen der Dauer von Übergewicht oder Fettleibigkeit und dem Krebsrisiko bei Frauen untersucht, erklärt Hauptautorin Melina Arnold von der International Agency for Research on Cancer der WHO. Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher die Daten aus einer langfristigen nationalen Gesundheitsstudie. Diese untersuchte die Exposition-Wirkungs-Beziehung zwischen der Zeit mit einem hohen Body-Mass-Index (BMI) und dem Risiko für verschiedene Krebsarten. Ein zu hoher BMI oder Übergewicht schaden unserem Körper. So kann Übergewicht beispielsweise auch das Risiko für Multiple Sklerose massiv erhöhen und andere gesundheitliche Probleme hervorrufen.

Übergewicht kostet Lebenszeit
Der für die Untersuchung verwendete BMI ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Er wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu verwendet, um einen groben Richtwert für ein gesundes Gewicht zu ermitteln, sagen die Forscher. Übergewicht sollte generell vermieden werden, um unnötige Erkrankungen zu umgehen. Eine andere Studie fand bereits heraus, dass Übergewicht uns generell zehn Jahre unserer gesamten Lebenszeit kosten kann.

Es gibt immer mehr übergewichtige und fettleibige Menschen weltweit
Die analysierten Daten stammten aus den Untersuchungen von zwölf Jahren. Während dieser Zeit wurde bei 6.301 der insgesamt 73.913 Frauen eine Krebserkrankung diagnostiziert, die mit Fettleibigkeit verbunden waren, erklären die Wissenschaftler. Zu diesen gehören beispielsweise Brust- und Darmkrebs, aber auch Krebserkrankungen des Rektums und der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Leider gibt es in der heutigen Zeit immer mehr fettleibige Männer und Frauen, sogar viele Schüler der ersten Klassen sind übergewichtig.

Verschiedene Faktoren wurden von den Experten mit berücksichtigt
Das Forschungsteam unter der Leitung von Melina Arnold, einer Wissenschaftlerin der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO, berücksichtigte auch andere Faktoren im Zusammenhang mit einer auftretenden Fettleibigkeit. Zu diesen gehörten beispielsweise die körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Hormoneinnahme und Diabetes, sagt die Medizinerin.

Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für einige Krebserkrankungen massiv
Die Ergebnisse zeigen klar, dass alle zehn Jahre, die eine Frau übergewichtig ist, das Risiko aller mit Fettleibigkeit verbundenen Krebsarten sich um bis zu sieben Prozent erhöht, sagt Arnold. Das Risiko für postmenopausalen Brustkrebs stieg um fünf Prozent. Die Wahrscheinlichkeit ein sogenanntes Endometriumkarzinom zu entwickeln erhöhte sich sogar um 17 Prozent. Bei starkem Übergewicht erhöhten sich die Werte für postmenopausalen Brustkrebs auf acht Prozent und 37 Prozent für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms.

Studienergebnisse sind biologisch plausibel
Die Ergebnisse sind durchaus biologisch plausibel. Frühe und längere Perioden von Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko und die Schwere von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Insulinresistenz, chronischen Entzündungen, DNA-Schäden und Veränderungen im Hormonmetabolismus. Dies sind alles Schlüsselmechanismen, die auch das Risiko für Krebs erhöhen, erklärt die Autorin.

Grad des Übergewichts hat ebenfalls einen hohen Einfluss
Wir haben in unserer Studie gezeigt, dass das Risiko, diese Krebsarten zu entwickeln, nicht nur abhängig von der Dauer des Übergewichts ist. Auch der Grad des Übergewichts im Laufe der Zeit ist bedeutend. Aus diesem Grund ist es schwierig, eine generelle Aussage darüber zu machen, um wieviel sich das Gesamtkrebsrisiko pro Jahr mit Übergewicht oder Fettleibigkeit erhöht, sagt Arnold.

Übergewicht ein Risiko unabhängig vom Alter der Betroffenen
Die Mediziner sollten das Potenzial eines gesunden Körpergewichts bei der Krebsprävention berücksichtigen. Übergewicht bei Frauen hat einen großen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Krebserkrankung, unabhängig vom Alter des Patienten, erklären die Autoren der Studie. (as)

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