Überflüssige Diät? Durch Fettabsaugen abnehmen?

Volker Blasek

Liposuktion ist keine Methode zur Gewichtsabnahme

Der Wunsch, dass sich überflüssige Pfunde einfach in Luft auflösen, ist leicht nachvollziehbar. Eine Fettabsaugung kommt diesem Wunsch nahe, denken viele. Doch Experten warnen eingehend, dass eine Liposuktion kein geeigneter Weg zum abnehmen ist. Auch eine Studie der „University of Colorado“ bestätigt, dass ein Großteil des abgesaugten Fettes innerhalb eines Jahres zurückkehrt, wenn Patienten ihren Lebensstil nicht ändern.


Auch die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) rät von der Fettabsaugung als Maßnahme zur Gewichtsreduktion ab. „Entgegen den Vorstellungen vieler Patienten ist die Fettabsaugung keine Methode zur Gewichtsabnahme“, schreiben die Experten auf ihrer Webseite. Ebenso wenig sei sie ein Wundermittel gegen Cellulite. Liposuktion diene nicht dazu, den Körperumfang zu optimieren. Vielmehr gehe es um die Entfernung überproportionierter Fettansammlungen, die nicht mit dem Gesamterscheinungsbild harmonieren. In der Regel werden Fettabsaugungen aus rein ästhetischen Gründen vorgenommen. Nur bei wenigen, selten vorkommenden Krankheitsbildern mit vermehrter Fetteinlagerung empfehle sich die Liposuktion als Therapie.

Experten sind sich einig. Fettabsaugung ist keine geeignete Maßnahme zum Abnehmen. (Bild: staras/fotolia.com)

Eine Fettabsaugung ist nichts für Übergewichtige

„Viele Interessenten machen sich von einer Liposuktion falsche Vorstellungen“, warnt Prof. Riccardo Giunta, Direktor der Abteilung für Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie der Ludwig-Maximilians-Universität München gegenüber „Focus Online“. Eine Fettabsaugung sei nichts für Übergewichtige, die so abnehmen möchten.

Gründe gegen eine Fettabsaugung

Eine Liposuktion ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ästhetisch-plastische Behandlungen sind medizinische Eingriffe mit allen damit verbundenen Risiken“, warnt die DGÄPC in einem Ratgeber. Wie jeder andere Arzt dürfen Ästhetisch-Plastische Chirurgen nur dann Behandlungen durchführen, wenn sich diese medizinisch begründen lassen. Das bedeute, dass der Eingriff geeignet sein muss, ein vorliegendes Leid zu mindern oder zu beheben. Billigangebote sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Laut DGÄPC ist die Gewährleistung eines guten Standards auch in der Medizin immer mit gewissen Kosten verbunden. Wenn mit günstigen Preisen geworben wird, sollte gründlich hinterfragt werden, an welcher Stelle der Anbieter spart. Ohnehin würden seriöse Fachärzte nicht offensiv mit Gutscheinen oder Billigangeboten werben.

Methoden der Liposuktion

Laut Giunta ist das schonendste Verfahren die Wasserstrahltechnik. Bei dieser Methode werde das Gewebe mit einem „Wasserstrahl“ betäubt. In der Einwirkphase quelle die Flüssigkeit die Fettzellen auf. Dann würden Absaugkanülen eingeführt werden. Das gelockerte Fett werde dann mit Hilfe der Vakuummethode mit dem Wasserstrahl abgesaugt. Auch die Ultraschall-Methode ist laut Giunta gängig. Dabei werde die Problemzone an ein Gerät angeschlossen, das Ultraschallwellen aussendet. Die Wellen würden die Fettzellen in der Tiefe zum Schmelzen bringen, während die oberen Hautschichten unversehrt bleiben. Das Fett werde im Idealfall vom Körper selbst ausgeschieden.

Krankenkassen zahlen nicht

„Eine ästhetische Liposuktion am Unterbauch kann um die 1000 Euro kosten“, erläutert Giunta. Die Kosten für die Fettabsaugung würden von der Größe der Problemzone und der Dauer der OP abhängen. Ein ausgedehnterer Eingriff sei aber nicht selten mehrere tausend Euro teuer. Die Krankenkassen kommen laut Aussage des Experten für die Kosten nicht auf. (vb)