Übergewicht: So lange dauert es, ein Fast-Food-Menü wegzutrainieren

Alfred Domke

Eine Stunde Fußball spielen, um Burger und Softdrink abzutrainieren

Die Fußball-Weltmeisterschaft steht unmittelbar bevor. Manche gehen zum WM-Gucken in die Kneipe, andere verfolgen die Spiele lieber zu Hause. Egal ob im trauten Heim oder woanders: viele Fußballfans verpflegen sich beim Zuschauen oft mit ungesundem, kalorienreichen Fast Food. Experten erklären, wie lange es dauert, um Burger, Pommes frites und Softdrinks wieder abzutrainieren.


Immer mehr Menschen mit Diabetes

Diabetes zählt zu den großen Volkskrankheiten in Deutschland. Derzeit leben hierzulande rund sechs Millionen Diabetiker, jedes Jahr kommen etwa 300.000 Patienten hinzu. Mangelnde Bewegung und eines ungesunde Ernährung sind zwei wesentliche Faktoren, die die Entstehung der Krankheit begünstigen. Beide Faktoren werden in den kommenden Wochen bei vielen Fußballfans eine große Rolle spielen. Schließlich werden sich die meisten Zuschauer während der Spiele kaum bewegen und meist auch Ungesundes mit vielen Kalorien zu sich nehmen.

Viele Fußballfans werden beim WM-Gucken auf ungesunde Snacks zurückgreifen. Gesundheitsexperten wissen, wie lange man Sport treiben muss, um die Kalorien eines Fast-Food-Menüs wieder abzutrainieren. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Deutsche sitzen im Durchschnitt 7,5 Stunden am Tag

Die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe weist zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in einer Mitteilung darauf hin, dass Deutschland raus aus der Sitzfalle muss.

Laut den Experten sitzen die Deutschen im Durchschnitt 7,5 Stunden täglich, nur jeder fünfte Erwachsene entspricht der WHO-Empfehlung von 150 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche.

Zu den Folgen zählen massives Übergewicht und ein stetiger Anstieg von Diabetes Typ 2.

Schon ein kurzer Spaziergang senkt den Blutzuckerspiegel

„Zentrale Ursachen beim Typ-2-Diabetes liegen in einer ungesunden Ernährung, dem Verzehr hochkalorischer Lebensmittel und dem Bewegungsmangel“, erläuterte Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

„Zwei Drittel der Menschen hierzulande bewegen sich im Alltag nicht einmal eine Stunde pro Tag.” Die Inaktivität setze schon bei den Kleinsten ein.

„Nur etwa jedes vierte Kind beziehungsweise Jugendlicher erreicht die WHO-Empfehlung, sich 60 Minuten am Tag zu bewegen”, so der Diabetologe.

Dabei würden 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche genügen, um das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2 zu reduzieren.

„Bereits ein zügiger Spaziergang von einer halben Stunde senkt den Blutzuckerspiegel signifikant“, erklärte Kröger.

Auch über die richtige Ernährung kann Diabetes vorgebeugt werden.

Zeit, um ein Fast-Food-Menü abzutrainieren

Neben Bewegungsmangel hat auch der Verzehr hochkalorischer Lebensmittel einen hohen Anteil an der Entstehung von Übergewicht und Diabetes Typ 2.

Zur Fußball-WM werben unter anderem auch Fast-Food-Konzerne und Softdrink-Hersteller für ihre Produkte. Viele Verbraucher unterschätzen die Energiedichte dieser Nahrungsmittel.

So enthält ein klassisches Fast-Food-Menü mit 0,4 Liter Coca-Cola plus einem Big Mac und einer mittleren Portion Pommes frites laut der Deutschen Diabetes-Hilfe 1.023 Kalorien.

„Um diese Kalorien abzutrainieren, müsste ein erwachsener Mann 85 Minuten, eine erwachsene Frau 110 Minuten am Stück Fußball spielen oder 27.300 beziehungsweise 36.855 Schritte gehen“, rechnete Kröger vor.

Für Männer würde dies bedeuten, die Längsseite eines Fußballfeldes 118 Mal zügig entlangzugehen, Frauen müssten das Feld sogar 243 Mal abschreiten, um Burger, Pommes und Softdrink zu neutralisieren. (ad)