UKE-Chef Debatin verlässt Universitätsklinikum

Fabian Peters

UKE-Chef Debatin verlässt Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

29.06.2011

Der Chef des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) räumt vorzeitig seinen Posten und geht in die Wirtschaft. Laut Medienberichten wird Professor Jörg Debatin das UKE bereits ein Jahr vor Ende seiner eigentliche Vertragslaufzeit zum 30. September dieses Jahres verlassen. Als Grund für das vorzeitige Verlassen des UKE wird das angespannte Verhältnis mit seiner Vorgesetzten, der Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt, genannt.

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Nach acht Jahren als Chef der UKE verlässt Professor Jörg Debatin nun ein Jahr vor dem Ablaufen der eigentlichen Vertragslaufzeit das Universitätsklinikum und wechselt in die Wirtschaft. Laut Medienberichten wird der 50-Jährige Christdemokrat aufgrund des angespannten Verhältnisses mit der Hamburger Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) Ende September seinen Posten räumen. Dem „Hamburg Abendblatt“ nach soll ein entsprechender Aufhebungsvertrag mit der Stadt folgen. Von Seiten der Hamburger Wissenschaftsbehörde, welche als Fachaufsicht für das Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zuständig ist, wurde zu dem aktuellen Vorgang bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Diese ist laut aktuellen Medienberichten für Donnerstag geplant.

Konflikt mit der Wissenschaftssenatorin Anlass zum Gehen?
Dass der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKE seine Posten wahrscheinlich vor dem Ende der eigentlichen Vertragslaufzeit niederlegen würde, vermuteten Experten schon unmittelbar nach dem Amtsantritt der neuen Hamburger Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt vor rund drei Monaten. Denn Stapelfeldt (SPD) und Debatin (Mitglied des CDU-Wirtschaftsrats) haben in der Vergangenheit bereits heftige Fehden im Hamburger Wissenschaftsausschusses ausgetragen, woraus eine bis heute offensichtlich Abneigung hervorging. Die SPD-Frau und der CDU-Mann rasselten immer wieder aneinander – zuletzt als Debatin die Wissenschaftssenatorin in einem Brief öffentlichkeitswirksam für die mangelnde Einbindung seiner Person bei der Abberufung von UKE-Aufsichtsräten und der Neubesetzung des UKE-Aufsichtsgremiums kritisierte. Der ebenso anerkannte wie streitbare UKE-Chef bemängelte in seinem Brief die „demotivierende“ und „wenig wertschätzende“ Behandlung durch den Senat. Das die Konstellation mit Stapelfeldt und Debatin auf Dauer nicht gut gehen würde, ließ sich bereits an dieser Stelle zumindest erahnen. Nun hat der UKE-Chef sich dennoch ein wenig schneller für den Abschied entschieden, als zunächst angenommen.

Vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in die Wirtschaft
Laut Berichten des Senders „NDR 90,3“ wird Professor Jörg Debatin ab dem 30. September die Leitung bei dem Labor-Dienstleister Amedes AG mit Sitz in Göttingen und Düsseldorf übernehmen. Von Seiten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde indes lediglich bestätigt, dass der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende sich „einer neuen, stärker unternehmerischen Aufgabe“ zuwenden wolle. Für den heutigen Nachmittag sei eine Pressekonferenz geplant auf der Debatin weitere Detail bekannt geben werde, erklärte eine Sprecherin der UKE. Der prompte Abgang des UKE-Chefs lässt jedoch vermuten, dass nicht nur die die Streitigkeiten mit der Hamburger Wissenschaftssenatorin ein Anlass für die vorzeitige Räumung des Postens sind, sondern dass aus der Wirtschaft ein entsprechend lukratives Angebot vorliegt, dass Debatin die Entscheidung deutlich erleichtert hat. Zwar ist es wahrscheinlich, dass der Christdemokrat nicht zuletzt aufgrund der Abneigung gegen die Wissenschaftssenatorin zumindest nach Außen hin die seiner Ansicht nach untragbaren Zustände kritisieren wird, doch der wirtschaftliche Aspekt bzw. die Möglichkeit mit 49-Jahren den nächsten Karriere-Schritt zu gehen, dürfte bei der Entscheidung zur vorzeitigen Beendigung seines Arbeitsvertrages eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. (fp)