Ultraschall als Hoffnungsschimmer bei Alzheimer

Heilpraxisnet

Studie: Neue Behandlungsmethode für Alzheimer-Patienten?

13.03.2015

Ultraschall könnte zukünftig zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden. Forscher der Universität Queensland im australischen Brisbane behandelten Mäuse auf diese Weise und erzielten dabei große Erfolge. Ob die Ultraschallmethode tatsächlich auch für den Menschen geeignet ist, muss in weiteren Studien überprüft werden. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Science Translational Medicine“.

Alzheimer-typische Eiweißablagerungen konnten mittels Ultraschall entfernt werden
Die Diagnose Alzheimer ist für Betroffenen und ihre Angehörigen ein Schock. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf büßen die Patienten mehr und mehr von ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit ein, so dass sie zunehmend nicht mehr in der Lage sind, alltägliche Dinge ohne Hilfe zu verrichten.

Eine australische Studie birgt nun neue Hoffnung für Alzheimer-Patienten. Bei Mäusen, die an einer Alzheimer-ähnlichen Erkrankung litten, konnten die Forscher mittels Ultraschall in Kombination mit der Gabe eines Kontrastmittels die krankheitstypischen Amyloid-Plaques, giftige Eiweißablagerungen, entfernen. Zudem verbesserte sich die Gedächtnisleistung der Tiere. „Mit so einer ausgeprägten Wirkung rechneten wir nicht“, zitiert „tagesspiegel.de“ Jürgen Götz, einen der Studienautoren. „Die Behandlung hat die Gedächtnisleistung der Tiere wieder auf normales Niveau gehoben.“

Ob Ultraschall-Behandlung auch beim Menschen gegen Alzheimer wirkt, ist noch unklar
Die Mäuse wurden im Rahmen der Studie über mehrere Wochen mit einer speziellen Ultraschalltechnik behandelt, deren Wirkung durch ein Kontrastmittel verstärkt wurde. Götz zufolge könnten die Ultraschallwellen Mikroglia-Zellen aktivieren, die als „Polizei“ des Gehirns fungieren. Die Mikroglia-Zellen würden die Amyloid-Eiweißklumpen aus dem Gewebe aufnehmen und verdauen, berichtet die Online-Ausgabe der Zeitung.

Das Kontrastmittel bewirkt eine vorübergehende Öffnung der Blut-Hirnschranke, was den Abtransport der hirnschädigenden Amyloid-Plaques erleichtert. Normalerweise ist die Blut-Hirnschranke geschlossen, um das Gehirn etwa vor Krankheitserregern zu schützen.

Ob die Ultraschallmethode auch beim Menschen erfolgreich eingesetzt werden kann, muss in weiteren Studien überprüft werden. Als nächstes planen die Forscher entsprechende Tests mit Schafen. Unklar ist jedoch, ob der Abtransport der Amyloid-Eiweißklumpen für den Patienten überhaupt hilfreich ist. „Nach allem, was wir wissen, nützt es den Kranken nicht oder schadet ihnen sogar, wenn Amyloid-Ablagerungen entfernt werden“, gibt Oliver Peters, Alzheimer-Experte an der Berliner Charité, gegenüber der Zeitung zu bedenken. (ag)

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>Bild: erysipel / pixelio.de