Ultraschall als Verhütungsmethode für den Mann?

Fabian Peters

Ultraschallbehandlungen als Verhütungsmethode der Zukunft?

31.01.2012

US-Forscher haben möglicherweise eine neue Verhütungsmethode für Männer entdeckt. Durch eine Ultraschall-Behandlung lässt sich die Anzahl der Spermien maßgeblich senken – zumindest bei Rattenmännchen.

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Ultraschall könnte laut Aussage von US-Wissenschaftlern der University of North Carolina in der Onlinevorabausgabe des Fachmagazins „Reproductive Biology and Endocrinology“ in Zukunft möglicherweise als Verhütungsmittel bei Männern eingesetzt werden. Im Rahmen ihrer Versuche hatten der Reproduktionsbiologe James Tsuruta und Kollegen die Hoden von Rattenmännchen mit Ultraschall behandelt, woraufhin die Anzahl der Spermatozyten und Spermatiden derart zurückging, dass eine vergleichbare Reduktion beim Menschen zur Unfruchtbarkeit geführt hätte.

Ultraschallbehandlung verursacht Reduzierung der Spermien
Durch die Behandlung der Hoden betäubter Ratten mit Ultraschall in einer Intensität von drei Megahertz und 2,2 Watt pro Quadratzentimeter über einen Zeitraum von von fünfzehn Minuten wurde die Spermienzahl der Tiere deutlich reduziert, berichten die US-Forscher. Die Ultraschall Behandlung entspricht laut Aussage von James Tsuruta und Kollegen den Ultraschallwellen, die von Humanmedizinern gelegentlich gegen Muskelbeschwerden eingesetzt werden. Die Reduzierung der Spermien war am deutlichsten, wenn die 15-minütige Behandlung nach zwei Tagen wiederholt und dabei eine Temperatur von 37 Grad Celsius bewahrt wurde, so die US-Wissenschaftler weiter.

Ultraschall-Verhütungsmethode auf den Menschen übertragbar?
Die Wissenschaftler hoffen, dass sich die Ultraschall-Behandlung in Zukunft als neue Verhütungsmethode bei Haustieren einsetzen lässt und möglicherweise auch auf den Menschen übertragen werden kann. Nach der beschriebenen Behandlung hatten die Rattenmännchen bis zu zwei Wochen lang so wenige Spermien produziert, dass dies beim Menschen wahrscheinlich zur Unfruchtbarkeit geführt hätte, erklärten die Autoren. Da Ratten jedoch auch mit sehr wenigen intakten Spermien zeugungsfähig bleiben, waren die Tiere im Versuch trotz der Reduzierung ihrer Spermienzahl noch dazu in der Lage, sich zu vermehren, berichten James Tsuruta und Kollegen.

Möglichkeiten der Ultraschall-Verhütung
Die Wissenschaftler hatten von der Bill & Melinda Gates-Stiftung im vergangenen Jahr 100.000 Dollar zur Finanzierung weiterer Forschungen im Bereich des Ultraschall als Verhütungsmittel für Männer erhalten. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse seien zwar ermutigend, doch James Tsuruta und Kollegen von der University of North Carolina bremsen die Hoffnungen auf eine schelle Einführung der Ultraschall-Verhütung. Etliche Punkte seien noch zu klären, bevor über einen Einsatz beim Menschen nachgedacht werden kann. So ist laut Aussage der US-Forscher bislang zum Beispiel unklar, ob die Ultraschallwellen möglicherweise zu Beschädigungen an Spermien führen, ohne diese abzutöten. Hierdurch wäre das Risiko von Fehlbildungen beim Nachwuchs laut Aussage der Wissenschaftler deutlich erhöht. Des weiteren erklärten die Forscher um James Tsuruta, dass bisher lediglich bei Ratten die Intensität, Dosierung und Frequenz der Ultraschallbehandlung wissenschaftlich belegt sei. Bei anderen Lebewesen müsste eine gleichzeitig sichere aber auch wirksame Ultraschallbehandlung erst noch ermittelt werden. (fp)