Umfrage: Mehrheit für Cannabis Einsatz als Medizin

Sebastian

Laut einer Umfrage hat sich die Mehrheit der Deutschen für den Einsatz von Cannabis bei Schwerkranken Menschen ausgesprochen.

(15.08.2010) Immer mehr Menschen in Deutschland sprechen sich für die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von schwer erkrankten Menschen aus. Laut einer repräsentativen Umfrage des Institutes "Emnid" im Auftrag der Initiative "Cannabis als Medizin" haben sich rund 75 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen Wirkstoffe der Cannabis Pflanze zur Behandlung oder Schmerztherapie von chronisch kranken Menschen einzusetzen.

Bestandteile der Cannabis Pflanze könnten beispielsweise zur Linderung von Spastiken bei Multipler Sklerose angewendet werden, wie die Organisation "Cannabis als Medizin" mitteilte. In einigen Studien wurde eine gute Beeinflussung der Spastik im Rahmen der Multiplen Sklerose oder Querschnittserkrankungen nachgewiesen. Dabei konnten Symptome wie akute Schmerzen, Missempfindungen, Zittern und Koordinationsstörungen der Muskulatur gelindert werden. Nach wie vor müssen Betroffene den Wirkstoff illegal auf dem schwarzen Markt beschaffen und werden trotz medizinischer Anwendung kriminalisiert. Denn in Deutschland ist der legale medizinische Gebrauch von Cannabis äußerst kompliziert und schwierig. Insgesamt beziehen nur 40 Patienten in Deutschland Cannabis legal über eine Apotheke.

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Bei der Umfrage wurden insgesamt 1001 Bürger per Telefon befragt. Auffällig war, dass die breite Zustimmung alle gesellschaftlichen Schichten umfasste. Eine besonders hohe Zustimmung fand die Legalisierung für den gesundheitlichen Gebrauch bei Anhängern der Grünen, der Linken und bei der FDP. Für Verwunderung sorgte die geringe Akzeptanz bei Schüler: Hier sprachen sich nur 55 Prozent der Befragten für eine therapeutische Verwendung von Cannabis aus.

Die Ergebnisse der Umfrage in der weiteren Übersicht: Rund 65 Prozent der Befragten sprach sich für eine Übernahme der Kosten bei den Krankenkassen aus. Die Akzeptanz gegenüber THC- Medikamenten hat zudem kaum etwas mit dem eigenen Konsum von Cannabis zu tun. Denn 73 Prozent der Befragten, die selbst noch nie Haschisch oder Marihuana konsumiert haben, sprachen sich dennoch für eine medizinische Freigabe aus. (sb)