Ungesunde Ernährung kostet jährlich rund 17 Milliarden Euro

Sebastian
Ungesunde Ernährung kostet deutsches Gesundheitssystem fast 17 Milliarden Euro
In den vergangenen Jahren kamen zahlreiche Untersuchungen zu dem Ergebnis: Viele Deutsche essen ungesund. Vor allem konsumieren sie viel zu viel Zucker, Salz und Fette. Dem deutschen Gesundheitssystem entstehen durch die ungesunde Ernährung Kosten in Höhe von fast 17 Milliarden Euro im Jahr.  

Kosten in Höhe von fast 17 Milliarden Euro im Jahr
Einer neuen Studie zufolge kostet eine ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker, Salz und Fetten das deutsche Gesundheitssystem jährlich mehr als 16,8 Milliarden Euro. Wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und das Biotechnologieunternehmen Brain AG in der gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit herausgefunden haben, werden die höchsten Kosten durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Karies, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Übergewicht sowie diverse Krebserkrankungen verursacht. Vielen Verbrauchern ist offenbar nicht klar, wie ungesund Salz, Zucker und Fett sind. Gesundheitsexperten bezeichnen diese drei zusammen mit Alkohol auch als die „bösen Vier“.

Ungesunde Ernährung belastet die Sozialkassen. Bild: dusk - fotolia
Ungesunde Ernährung belastet die Sozialkassen. Bild: dusk – fotolia

Studienautoren sehen enormes Einsparpotential
„Die direkten Kosten ernährungsmitbedingter Krankheiten, aufgrund des Überverzehrs von Salz, Zucker und Fett sind substantiell“, erklärte Studienautor Dr. Toni Meier von der Universität Halle-Wittenberg. „Ein deutliches Einsparpotential liegt jedoch auch in den bisher weniger beachteten Folgeerkrankungen und Folgekosten von Übergewicht und Diabetes – diese reichen von der gewichtsbedingten Arthrose bis zu Schlafstörungen, Alzheimer und chronischem Nierenversagen“, so der Experte weiter. Für die Untersuchung hatten die Forscher die repräsentativen Krankheitskosten und Verzehrdaten für Deutschland analysiert und errechnet, wie hoch die anteiligen Kosten eines unausgewogenen Verzehrs von Zucker, Salz und gesättigten Fetten sind. Den Angaben zufolge liegt der Verzehr bei diesen drei Stoffgruppen in Deutschland oft deutlich über den offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). In diesem Zusammenhang wurden 22 verschiedene Krankheitsbilder untersucht. Die Ergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Neue Naturstoffe könnten helfen
Laut dem Co-Autor Martin Langer von der Brain AG könnte das Gesundheitssystem allein in Deutschland jährlich um einen Betrag von fünf bis sechs Milliarden Euro entlastet werden, wenn es gelänge, etwa ein Drittel der Zucker-, der Fett- oder der Salzmenge in den Nahrungsmittelrezepturen durch neue Naturstoffe zu ersetzen. Indirekte Kosten, wie etwa bedingt durch Arbeitsausfall, Kurbehandlungen und Invalidität, seien in der Studie nicht berücksichtigt worden. Und vermutlich auch nicht die Todesfälle, die durch die falsche Ernährungsweise begünstigt werden. Eine Untersuchung, die sich vor kurzem mit den finanziellen Auswirkungen des Tabakkonsums beschäftigte, tat dies jedoch schon. Die Studie Karlsruher Forscher kam zu dem Ergebnis, dass Raucher die deutsche Gesellschaft durch einen früheren Tod finanziell entlasten. (ad)