Untersucht: Hundebesitzer haben ein längeres Leben

Fabian Peters

Hundebesitzer haben ein geringeres Risiko frühzeitig zu versterben

Hunde sind nicht nur die besten Freunde des Menschen, sie verlängern offenbar auch das Leben ihrer Besitzer. Das Risiko eines frühzeitigen Todes infolge kardiovaskulärer Erkrankungen liegt laut einer aktuellen schwedischen Studie bei Hundebesitzern deutlich niedriger, als bei Menschen ohne Hund. Vor allem Singles profitieren demnach vom Leben mit den Vierbeinern.

Die aktuelle Studie zeigt, „dass Hundebesitzer während der 12-jährigen Nachbeobachtung ein geringeres Risiko für den Tod aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen oder anderen Ursachen hatten“, berichtet die schwedische Universität Uppsala. Hunde entfalten demnach eine durchaus positive Wirkung auf die Lebenserwartung ihrer Halter. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der schwedischen Studie in dem Fachmagazin „Scientific Reports“.

Hunde haben einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung. (Bild: Mikkel Bigandt/fotolia.com) fotolia

Zusammenhang zwischen Hundehaltung und kardiovaskulärer Gesundheit

Das schwedische Forscherteam hat die Daten von mehr als 3,4 Millionen Schweden ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen ausgewertet und mit den verfügbaren Hunderegistern verglichen, um den Zusammenhang zwischen Hundehaltung und kardiovaskulärer Gesundheit zu überprüfen. „Die Wissenschaftler untersuchten, ob die Registrierung als Hundebesitzer mit einer späteren Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Tod aus irgendeinem Grund in Verbindung gebracht werden kann“, berichtet die Universität Uppsala. Das Alter der Probanden lag zwischen 40 und 80 Jahren.

Singles profitieren besonders von einem Hund

„Ein sehr interessanter Befund in unserer Studie war, dass Hundebesitz als ein schützender Faktor bei allein lebenden Personen (Singles) besonders hervortrat“, betont Mwenya Mubanga, leitender Nachwuchsautor der Studie und Doktorand am Department of Medical Sciences und dem Science for Life Laboratory der Universität Uppsala. Aus früheren Studien sei bekannt, dass die Gruppe der Singles eigentlich ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Todesfälle aufweist, als Menschen, die in einem Mehrpersonenhaushalt leben. Möglicherweise biete der Hund in den Single-Haushalten eine Art Ersatz als wichtiges „Familienmitglied“.

Hunderasse ebenfalls von Bedeutung

Alleine lebende Hundehalter zeigten laut Aussage der Forscher ein um 33 Prozent verringertes Risiko eines vorzeitigen Todesfalls gegenüber alleine lebenden Nichthundebesitzern – und ein um elf Prozent geringeres Risiko eines Myokardinfarkts während der Nachsorge. Auch konnten die Forscher feststellen, dass offenbar die verschiedenen Hunderassen hier eine unterschiedliche Wirkung entfalten. Besitzer von Hunden aus Zuchtgruppen, die ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurden, waren laut Aussage der Wissenschaftler am meisten geschützt.

Ursachen des Zusammenhangs unklar

In der aktuellen epidemiologischen Studien wurden zwar eindeutige statistische Assoziationen nachgewiesen, aber es kann nicht die Frage beantwortet werden, ob und wie Hunde vor kardiovaskulären Erkrankungen schützen, räumen die Forscher ein. „Wir wissen, dass Hundebesitzer im Allgemeinen ein höheres Maß an körperlicher Aktivität haben, was eine Erklärung für die beobachteten Ergebnisse sein könnte“, so die schwedischen Wissenschaftler weiter.

Weitere Erklärungen für den positiven Effekt

Doch nicht nur die erhöhte körperliche Aktivität ist ein möglicher Grund für das geringere Risiko eines frühzeitigen Todes bei Hundebesitzern. „Andere Erklärungen beinhalten ein erhöhtes Wohlbefinden und soziale Kontakte oder Auswirkungen des Hundes auf das bakterielle Mikrobiom im Besitzer“, erläutert die Studienleiterin Prof. Tove Fall.

Bestehen die Unterschiede schon vorher?

Eventuell liegt die Erklärung auch in Unterschieden, die bereits vor dem Kauf eines Hundes bestehen, berichtet Prof. Fall weiter. Zum Beispiel könnten diejenigen, die sich dafür entscheiden, einen Hund zu halten, grundsätzlich aktivere und gesündere Menschen sein. Grundsätzlich seien die Ergebnisse der aktuellen Studie jedoch auf die gesamte schwedische Bevölkerung übertragbar – „und wahrscheinlich auch auf andere europäische Bevölkerungen mit ähnlicher Kultur bezüglich des Besitzes von Hunden“, so Fall. (fp)