Untersuchung: Ein gesundes Frühstück verbessert die Noten in der Schule

Sebastian
Müsli, Obst und Joghurt erhöhen die Chance auf gute Noten
Experten empfehlen schon seit Längerem, dass Kinder vor der Schule frühstücken sollten, damit sie sich im Unterricht besser konzentrieren können. Doch offenbar kommt es vor allem darauf an, was als erste Mahlzeit des Tages zu sich genommen wird. Wissenschaftler der Universität Cardiff in Wales haben nun herausgefunden, dass sich nur ein gesundes Frühstück positiv auf die Leistungsfähigkeit der Kinder auswirkt.
Gesundheitsexperten raten von leerem Magen in der Schule ab
„Du solltest etwas frühstücken, sonst kannst Du Dich in der Schule nicht konzentrieren“. Mit Sätzen wie diesen appellieren viele Eltern am Morgen an ihren Nachwuchs, denn mittlerweile gilt es als bewiesen, dass Schulkinder leistungsfähiger sind, wenn sie etwas gegessen haben. Nun zeigt eine Studie der Universität Cardiff in Wales, dass es dabei jedoch darauf ankommt, was die Kinder verzehren. Demnach habe nur ein gesundes Frühstück eine positive Wirkung, ungesunde Nahrungsmittel blieben hingegen ohne Effekt.

Ein gutes Frühstück verbessert die Leistungsfähigkeit der Kinder. Bild: Monkey Business - fotolia
Ein gutes Frühstück verbessert die Leistungsfähigkeit der Kinder. Bild: Monkey Business – fotolia

Forscher werten Daten von 3.000 Schülern aus
Laut einer Mitteilung der Cardiff University, hatte das Team um Hannah Littlecott für das Forschungsprojekt Daten von 5.000 neun- bis elfjährigen Schülern aus mehr als 100 Schulen analysiert. Die jungen Probanden waren zuvor gebeten worden, am Tag der Untersuchung chronologisch alles zu dokumentieren, was sie in den letzten 24 Stunden (einschließlich zweier Frühstücke) verzehrt hatten. Die gewonnenen Informationen verknüpften die Forscher mit den Ergebnissen der Statutory Assessment Tests (SATs), bei denen es sich um Lernstandserhebungen handelt, an denen alle Zehn- bis Elfjährigen in England und Wales teilnehmen müssen. Die Schüler hatten diesen Test den Angaben zufolge sechs bis 18 Monate nach der Erhebung der Daten zum Essverhalten abgelegt und waren dabei in Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften überprüft worden.

Nährstoffreiches Frühstück wirkt sich positiv aus
Den Autoren nach zeigte sich, dass bei denjenigen, die zu Beginn des Tages etwas gegessen hatten, die Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich gute Ergebnisse in den Tests zu erzielen, doppelt so hoch war, wie bei den Kindern, die mit leerem Magen in die Schule gegangen waren. Doch wie die Forscher weiter berichten, kam es darauf an, was gegessen wurde. Positiv wirkte sich demnach nur ein gesundes Frühstück aus Getreideprodukten wie z.B. Müsli oder Brot sowie Obst und Milchprodukten aus. Bei Kindern, die Süßigkeiten oder Chips gefrühstückt hatten, zeigten sich hingegen keine Veränderungen in Hinblick auf die erbrachten Leistungen.

Ergebnisse bestätigen frühere Studien
Wie Hannah Littlecott erklärte, habe es bislang keine eindeutigen Belege dafür gegeben, dass ein Frühstück sich konkret auf die schulischen Ergebnisse auswirke. „Diese Studie bietet daher den stärksten Beweis für eine Verbindung zwischen der Ernährung von Schülerinnen und Schülern und deren schulischen Leistungen – was erhebliche Auswirkungen auf die Bildungs- und Gesundheitspolitik hat“, so die Hauptautorin laut der Mitteilung der Universität. Die Studie würde zudem andere wissenschaftliche Arbeiten bestätigen, die gezeigt haben, dass z.B. ein Frühstück aus Nahrungsmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index eine positive Wirkung auf die kognitiven Funktionen, die Gesundheit sowie die Aufmerksamkeit und Ergebnisse in der Schule habe.

„Die Verknüpfung unserer Ergebnisse mit realen Leistungsdaten hat uns erlaubt, robuste Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Frühstück und guten Leistungen in der Schule zu liefern. Es besteht daher Grund zu der Annahme, dass Schulen, die in der Lage sind, junge Menschen, die zu Hause nicht frühstücken, zu einem Frühstück in der Schule zu ermutigen, erhebliche pädagogische Vorteile erreichen werden“, so der Co-Autor der Studie, Dr. Graham Moore.

Mehr als ein Drittel der 11- bis 13-Jährigen frühstückt nicht zu Hause
Die Erkenntnisse der walisischen Forscher sind dabei nicht nur für Großbritannien relevant. Denn laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) http://www.kiggs-studie.de/fileadmin/KiGGS-Dokumente/kiggs_tn_broschuere_web.pdf des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2013 sinkt auch hierzulande mit zunehmendem Alter der Anteil an Kindern, die regelmäßig zu Hause frühstücken. Demnach gehe bereits bei den 7- bis 10-jährigen schon knapp ein Viertel (22,9 %) mit leerem Magen in die Schule, bei den 11- bis 13-Jährigen sind es sogar mehr als ein Drittel (33,9 %). (nr)