Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung: Das starke Geschlecht ist schwach bei der Vorsorge

Alfred Domke

Krebsfrüherkennung: Männer sind Vorsorgemuffel

Zwar ist die Lebenserwartung mit Krebs in den vergangenen Jahren europaweit gestiegen, doch könnten vermutlich noch deutlich mehr Patienten besser behandelt werden, wenn ihre Erkrankung früher diagnostiziert würde. Leider werden die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zu selten genutzt. Vor allem Männer sind Vorsorgemuffel.

Zahl der Krebs-Neuerkrankungen steigt

Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Laut dem Welt-Krebs-Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) könnte es bis zum Jahr 2025 jährlich zu 20 Millionen Krebs-Neuerkrankungen kommen. Hierzulande hat sich die Zahl der Neudiagnosen seit 1970 fast verdoppelt. Patienten können heutzutage zwar deutlich besser behandelt werden als in der Vergangenheit, wichtig für den Therapieerfolg ist aber nach wie vor eine möglichst frühe Diagnose. Doch die Früherkennungsuntersuchungen werden noch immer von zu wenigen Menschen genutzt. Vor allem das sogenannte starke Geschlecht ist schwach bei der Vorsorge.

Krebs lässt sich in der Regel schonender und mit besseren Erfolgsaussichten behandeln, wenn er früh erkannt wird. Doch leider nutzen zu wenige Menschen die Früherkennungsuntersuchungen. Vor allem Männer sind Vorsorgemuffel. (Bild: Markus Mainka/fotolia.com)

Erkrankungen oft vermeidbar

Gesundheitsexperten zufolge gelten rund ein Drittel aller Krebserkrankungen weltweit als vermeidbar. Das Krebsrisiko kann deutlich reduziert werden.

Einer der wichtigsten Beiträge zur Reduzierung des persönlichen Krebsrisikos ist, das Rauchen aufzugeben.

Auch der Alkoholkonsum sollte eingeschränkt werden. Denn Alkohol kann laut wissenschaftlichen Erkenntnissen Auslöser von sieben verschiedenen Krebsleiden sein.

Des Weiteren wird empfohlen, auf eine gesunde Ernährung zu achten, sich regelmäßig zu bewegen und Übergewicht zu vermeiden.

Ganz wichtig ist aber auch, sich regelmäßig auf Krebs untersuchen zu lassen. Denn: Früh erkannt, lässt sich die Erkrankung in der Regel schonender und mit besseren Erfolgsaussichten behandeln.

Vor allem Männer sind Vorsorgemuffel

Doch nur knapp 60 Prozent der Frauen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) nutzten 2016 die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Bei den Männern waren es sogar nur 26 Prozent. Das zeigen Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK).

„Wir raten unseren Versicherten, sich bewusst mit dem Thema Früherkennung auseinanderzusetzen und Pro und Contra individuell abzuwägen. Das gilt besonders für Menschen, die eine Fehldiagnose oder Übertherapie befürchten“, so Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung in NRW in einer Mitteilung.

Die Kasse bietet auf ihrer Homepage fachliche Informationen und Entscheidungshilfen zu verschiedenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen an. (ad)