Unverzichtbare Beratungsleistung der Apotheken

Heilpraxisnet

Bundesgesundheitsminister mit Grußwort zum Deutschen Apothekertag

19.09.2014

Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat in seinem Grußwort zum Deutschen Apothekertag 2014 die Bedeutung der Beratungsleistungen in den Apotheken hervorgehoben. „Gerade wenn es um die Einnahme, aber auch um Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geht, sind die Beratungsleistungen der Apotheken besonders gefragt“, so Gröhe.

In dem Grußwort zum Deutschen Apothekertag machte der Bundesgesundheitsminister seine Wertschätzung für die Arbeit der Apothekerinnen und Apotheker deutlich. Diese sei unverzichtbar. Gleichzeitig erkenne er jedoch auch, dass in einigen Bereichen weiterhin Optimierungsbedarf besteht, berichtet die „Deutsche Apotheker Zeitung“ (DAZ). Insbesondere in Bezug auf die Vergütung der Apothekerleistungen hat es in den vergangenen Jahren verstärkte Diskussionen gegeben. Insgesamt biete der Apothekertag für ihn eine gute Gelegenheit, sich vor Ort über die Anliegen der Apotheker zu informieren, betonte der Bundesgesundheitsminister. Gröhe nutzte sein Grußwort auch, um den Apothekerinnen und Apothekern ausdrücklich seinen Dank für ihre Leistung und ihr persönliches Engagement auszusprechen.

Apotheken wichtig für die gute Gesundheitsversorgung
„Die Apotheken sind für die Menschen die zentrale Anlaufstelle, wenn sie ein rezeptpflichtiges Medikament benötigen“, erläuterte der Bundesgesundheitsminister und ergänzte: „Dass wir uns heute auf eine sehr gute Gesundheitsversorgung verlassen können, verdanken wir auch den Apothekerinnen und Apothekern in unserem Land.“ Die qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung vor Ort müsse im Interesse der Patienten auch in Zukunft aufrechterhalten werden, weshalb sich zum Beispiel die Regierungsfraktionen im Koalitionsvertrag auch ausdrücklich zur inhabergeführten Apotheke bekannt haben, berichtet die „Deutsche Apotheker Zeitung“ von dem Grußwort des Bundesgesundheitsminister. Dieser verwies auch auf Maßnahmen, die im vergangenen Jahr bereits umgesetzt wurden, wie beispielsweise die Einführung einer Notdienstpauschale. Dabei sei ihm durchaus bewusst, dass aus Sicht der Apotheker auch hier weiterer Optimierungsbedarf besteht, berichtet die „DAZ“. Das Bundesgesundheitsministerium werde daher im Hinblick auf die Notdienstpauschale auch weiterhin die Quartalszahlen prüfen und gegebenenfalls erneut über deren Höhe entscheiden.

Erhöhungen der Vergütung werden geprüft
Des Weiteren soll Gröhe zufolge eine Erhöhung des Fixzuschlages gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium geprüft werden, so die Mitteilung der „DAZ“. „Dafür brauchen wir jedoch von Ihnen weitere belastbare Daten über die Veränderung auf Kosten und Einnahmeseite“, zitiert die Fachzeitung das Grußwort Ministers. Dies gelte gleichermaßen für die geforderte Honorierung abgegebener Rezepturen. Zudem habe der Bundesgesundheitsminister sich dazu bereit erklärt, die vom GKV-Spitzenverband und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) gemeinsam geforderte Festschreibung des Kassenabschlages auf 1,77 Euro gesetzgeberisch umzusetzen, berichtet die „DAZ“.

Versandapotheken können keine entsprechende Beratung anbieten
In seinem Grußwort setzte sich der Bundesgesundheitsminister auch für den Erhalt der bisherigen Apothekenstruktur ein. Diese sei für die wohnortnahe, flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit Arzneimitteln unabdingbar, zitiert die „DAZ“ den Minister. Diese Leistung der Apotheken vor Ort könnten die Versandapotheken nicht ersetzen, so Gröhe. Zudem besteht bei den Online-Versandapotheken ein erhöhtes Risiko der Arzneimittelfälschungen. Die vermehrt bekannt gewordenen Arzneimittelfälschungen in der legalen Lieferkette hoffe der Minister mit einer erhöhten Sicherheit durch Securpharm zu vermeiden, berichtet die „DAZ“ Gleichzeitig werde nach Möglichkeiten gesucht, den Parallelvertrieb insgesamt deutlich sicherer zu gestalten.

Medikationsplan bietet Überblick zu den eingenommenen Arzneien
Im Sinne der Patientensicherheit wird laut Mitteilung von Gröhe derzeit auch in einem Projekt des Bundesgesundheitsministeriums die Einführung eines Medikationsplans getestet, der eine vollständige Zusammenstellung der eingenommenen Arzneimittel bietet. Hier könnten Ärzte, Apotheker und Patienten schnell erkennen, welche Arzneien eingenommen werden und auf diese Weise unnötige Risiken vermeiden. Als weitere anstehende Themen nannte der Minister zum Beispiel das Krankenhaus-Entlassmanagement, die Probleme durch die demografische Entwicklung, die Stadt-Land-Problematik, Lieferengpässe, Antibiotika-Resistenzen und den Erhalt Deutschlands als Forschungs- und Produktionsstandort, berichtet die „DAZ“. Um die schwierigen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen Apothekern und der Gesundheitspolitik erforderlich. (fp)

Bild: Marco Petig / pixelio.de