Unwichtiger Sex: Warum sich die Möglichkeiten der Fortpflanzung verändern

Sebastian
Wird es in rund 20 Jahren nicht mehr notwendig sein, miteinander zu schlafen, um Kinder zu zeugen? Henry Greely, Professor an der Universität von Stanford, sagt, dass die Entwicklung dahin eindeutig zu beobachten ist. Und er geht sogar einen Schritt weiter: Der natürliche Prozess der Empfängnis wird künftig stigmatisiert werden.

Neue Wege bei der Fortpflanzung
Paaren, bei denen es -trotz Wunsch – noch nicht mit dem Kinderkriegen geklappt hat, wird von Experten oft zu Sex nach Timing geraten; das kann richtige Wunder bewirken. Einem renommierten Wissenschaftler zufolge wird Geschlechtsverkehr für die Fortpflanzung aber ohnehin in Zukunft nicht mehr notwendig sein. So geht Henry Greely, Professor an der Universität von Stanford (USA) davon aus, dass es aufgrund der Fortschritte in der Reproduktionsmedizin schon in 20 Jahren möglich sei, dass Sex zur menschlichen Fortpflanzung überflüssig wird. Er kann sich sogar vorstellen, dass dann der natürliche Prozess der Empfängnis stigmatisiert werden könnte.

Bild: Syda Productions - fotolia
Bild: Syda Productions – fotolia

Ein Stück Haut und Sperma reichen aus
Professor Greely hat seine Thesen unter anderem im Buch „The End of Sex and the Future of Human Reproduction“ („Das Ende des Sex und die Zukunft der menschlichen Reproduktion“) publiziert. Er bezieht sich dabei vornehmlich auf das „Kinderkriegen“. Gegenüber der britischen Zeitung „The Times“ sagte er: „In 20 bis 40 Jahren, wenn ein Paar ein Baby möchte, wird der Mann die Samen bereitstellen und die Frau wird ein ausgestanztes Stück ihrer Haut geben.“ Laut dem Experten könnten aus der weiblichen Haut Stammzellen produziert werden und damit Leben geschaffen werden, ohne sexuellen Kontakt zwischen Mann und Frau. Greely äußerte gegenüber dem Blatt, dass der natürliche Prozess der Empfängnis künftig stigmatisiert werden könnte.

Embryonen könnten selektiert werden
Die Thesen des Professors gehen aber noch weiter. Er prognostizierte, dass die Embryonen auf Erbmerkmale und Krankheiten getestet und selektiert werden könnten. „Den zukünftigen Eltern wird gesagt: „Diese fünf haben wirklich schwere Krankheiten, die wollen sie nicht““, erläuterte Greely in der Zeitung. „Bei den anderen 95 werden sie über die Vor- und Nachteile informiert werden.“ Nach dem Abwägen wählten die Eltern dann einen Embryo, der der Frau implantiert wird. „Die Eltern werden die Embryonen nach Kategorien gruppiert bekommen“, so der Professor. Auch Informationen über Haar- und Augenfarbe oder gar über Verhaltensweisen ließen sich aus den im Labor hergestellten Embryos ablesen. Auch wenn die Vorstellung von sogenannten Designer-Babys oder von Kindern, die „am Reißbrett“ entworfen werden, für die meisten Menschen schockierend ist: Schon jetzt sind in diesem Bereich der Fortpflanzung enorme wissenschaftliche Fortschritte erreicht worden. In 20 Jahren werden sicher weitere Entwicklungen hin gekommen sein. (ad)

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