Urlauber werden auf Hantaviren überprüft

Fabian Peters

USA Urlauber werden auf Hantaviren untersucht

18.09.2012

Tödliche Viren als Urlaubsmitbringsel aus den USA? Amerika Urlauber, die den Yosemite-Nationalpark in Kalifornien besuchen, unterliegen derzeit einem besonders hohen Risiko, sich mit einer speziellen, potenziell tödlichen Form des Hantavirus zu infizieren. Mehr als 200 deutsche Reiserückkehrer, ihre Begleitung und deren Ärzte wurden vom Robert-Koch-Institut auf das Infektionsrisiko hingewiesen.

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Das Robert-Koch-Institut in Berlin warnt deutsche Reisende vor der Gefahr der Hantaviren im Yosemite-Nationalpark. Nach Aufenthalten in dem Nationalpark seien „im Sommer 2012 inzwischen mindestens acht US-amerikanische Besucher am sogenannten Hantavirus-induzierten Pulmonalen Syndrom (HPS) erkrankt, drei von ihnen starben“, so die Mitteilung des RKI. Ausbruchszentrum war ursprünglich der „Curry Village“ Campingplatz, doch die US-Infektionsschutzbehörde hat ihre „Warnung inzwischen auf alle Personen ausgedehnt, die in den letzten Wochen den Yosemite-Nationalpark besucht haben“, berichtet das RKI. Im Unterschied zu den Hantaviren, die auch in Deutschland dieses Jahr bereits für vermehrte Infektionen gesorgt haben, ist der auf dem nordamerikanischen Kontinent verbreitete Virustyp (Sin Nombre-Virus) lebensgefährlich.

Symptome einer Infektion mit dem nordamerikanischen Hantavirus
„Das Sin Nombre-Virus, ist weitaus gefährlicher als die Hantaviren, die in Deutschland vorkommen und löst auch ein anderes Krankheitsbild aus“, so die aktuelle Warnung des RKI. Als Überträger gelten vor allem Hirschmäuse, die das Virus in ihrem Urin, Kot und Speichel ausscheiden. Werden die Erreger anschließend mit kontaminiertem Staub eingeatmet, droht ein schwerwiegende Infektion, die sich nach einer Inkubationszeit von sieben Tagen zunächst in grippeähnlichen Symptomen wie Müdigkeit, Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen äußert. „Darüber hinaus kann es auch zu Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, kommen“, berichtet das RKI. Etwa vier bis zehn Tage nach der ersten Phase der Krankheit treten unter Umständen die ersten Anzeichen der HPS wie Husten, Kurzatmigkeit und verstärkte Atembeschwerden auf. Der Mitteilung des RKI zufolge verläuft „HPS rasant und kann tödlich sein.“ 35 Prozent der 510 HPS-Patienten, die zwischen 1993 und dem Jahr 2009 in den USA registriert wurden, seien an den Folgen der Erkrankung verstorben.

Patienten und Ärzte werden von den Gesundheitsämtern informiert
Da natürlich auch Deutsche Reisende betroffen sein könnten, werden die Touristen von den zuständigen Gesundheitsämtern untersucht und informiert, erläuterte eine Sprecherin des RKI. Zwar seien bislang keine Infektionen bekannt geworden, doch „Ärzte sollten bei der Behandlung und Betreuung von Personen, die sich in den letzten Wochen im Yosemite-Nationalpark aufgehalten haben, differenzialdiagnostisch frühzeitig an Sin-Nombre-Hantavirus denken und eine gezielte virologische Diagnostik veranlassen“, so die Mitteilung des RKI. Liegen entsprechende Symptome vor, könne ein Bluttest die Diagnose sichern. Betroffene „Patienten sollten engmaschig auf die Entwicklung eines HPS überwacht und bei Bedarf umgehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden“, warnt das RKI. Glücklicherweise ist das nordamerikanische Hantavirus jedoch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Hantaviren in Deutschland
Die in Deutschland auftretenden Hantaviren sind grundsätzlich von dem nordamerikanischen Hantavirus zu unterscheiden. Sie können auch schwere Verlaufsformen verursachen, bedingen jedoch so gut wie nie tödliche Erkrankungen, sondern führen schlimmstenfalls zu irreversiblen Schädigungen der Niere. Gebiete, mit erhöhtem Infektionsrisiko sind in Deutschland vor allem Baden-Württemberg und Bayern. (fp)