Urologie: Nächtlicher Harndrang: Kalte Wohnung oft Ursache

Sebastian
Japanische Wissenschaftler kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Senioren ihre Wohnräume stärker heizen müssen, um nachts weniger stark unter Harndrang zu leiden.

Harndrang ist bei älteren Menschen nicht selten und er erhöht das Gesundheitsrisiko durch erhöhte Sturzgefahr, vermehrte Frakturen aber auch Depressionen und eine höhere Gesamtsterblichkeitsrate.

Nächtlicher Harndrang durch Kälte in Wohnungen. Bild: Miriam Dörr - fotolia
Nächtlicher Harndrang durch Kälte in Wohnungen. Bild: Miriam Dörr – fotolia

Die japanischen Wissenschaftler haben nun untersucht, ob ältere Menschen nachts häufiger zur Toilette müssen, wenn die Wohnräume kalt sind. Hierzu haben sie 48 Stunden lang die Temperatur in Wohn- und Schlafräumen von 1065 Senioren gemessen. Ausserdem haben sie die Urinausscheidung der im Durchschnitt 71,9 Jahren Senioren gemessen und per Urintagebuch bzw. durch nächtliches Urinsammeln dokumentiert. Ein Drittel der Studienteilnehmer besuchte in der Nacht mindestens zweimal die Toilette.

Harndrank gesenkt durch Heizen
Tatsächlich fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Wohnraumtemperatur am Tag und der Anzahl der Toilettenbesuche in der Nacht: Eine Absenkung der Temperatur ging mit einer erhöhten Nykturie einher. Diese gesteigerte Häufigkeit war unabhängig von der Außentemperatur bzw. der Jahreszeit. Auch ein Kontrollvergleich zwischen einer Gruppe mit durchschnittlich kälterer Raumtemperatur und einer Gruppe mit wärmeren Innentemperaturen zeigte ein signifikant häufigeres Auftreten von Nykturie bei denjenigen, die tagsüber in der kälteren Wohnung lebten. Die Studie finden Sie hier. (pm)