Ursache für Kawasaki-Syndrom erwiesen

Heilpraxisnet

Gift aus der Luft verursacht offenbar das Kawasaki-Syndrom

20.05.2014

Bei dem so genannten „Kawasaki-Syndrom“ handelt es sich um eine akute, hochfieberhafte Entzündung der kleinen und mittelgroßen Blutgefäße, die den ganzen Körper und sämtliche Organe betreffen kann. An dem Syndrom erkranken vorwiegend Kinder im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren, wird es nicht behandelt, kann es im Ernstfall zu Schädigungen der Herzkranzgefäße und damit sogar zu einem Herzinfarkt führen. Bislang war die Ursache des Syndroms weitgehend ungeklärt – doch nun haben Wissenschaftler offenbar Pilze der Gattung Candida als Auslöser identifiziert.

Hoch fieberhafte Erkrankung betrifft vor allem japanische Kleinkinder
Das „Kawasaki-Syndrom“ (auch: mukokutanes Lymphknotensyndrom) ist eine seit 1961 bekannte, akute, hoch fieberhafte Erkrankung, die in erster Linie Kleinkinder betrifft. In Deutschland und anderen Ländern eher selten, trifft die Krankheit besonders häufig japanische Kinder und ist typischerweise durch hohes, anhaltendes Fieber, nicht juckenden Hautausschlag, Mundschleimhautrötung, Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und eine Schwellung der Lymphknoten gekennzeichnet. Wird das Syndrom – benannt nach dem Entdecker Tomisaku Kawasaki – frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, heilt es in der Regel ohne Komplikationen aus. Gefährlich kann es hingegen werden, wenn es unentdeckt bleibt bzw. nicht rechtzeitig gehandelt wird, denn dann besteht das Risiko, dass sich auch die Herzkranzgefäße entzünden, was zu einer einer Aneurysmabildung und damit im Ernstfall sogar zu einem Herzinfarkt führen kann.

Ursachen bislang unbekannt
Die Ursachen für das Kawasaki-Syndrom waren bislang weitgehend unbekannt, vermutet wurde häufig, dass eine Überreaktion des körpereigenen Abwehrsystems verantwortlich sein könnte. Doch nun haben Forscher offenbar Licht ins Dunkel gebracht und den Auslöser identifiziert. Wie die Wissenschaftler aktuell in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") berichten, sei ein Pilz für die Erkrankung verantwortlich, der mit dem Luftstrom vom Nordosten Chinas bis nach Japan gelangt.

Forscher sammelten bereits 2011 erste Erkenntnisse zu Kawasaki
Schon 2011 hatte ein internationales Forscherteam um den Klimawissenschaftler Xavier Rodó vom katalanischen Forschungsinstitut (ICREA) in Barcelona im Fachjournal "Nature" berichtet, dass die Erkrankung offenbar mit einem bestimmten Windmuster zusammenhänge. Damals bereits hatten die Forscher herausgefunden, dass bei einer bestimmten Wetterlage in Japan besonders viele Fälle des Syndroms aufgetreten waren und starteten daher eine Computersimulation mit den Windverhältnissen und dem Partikeltransport im Luftstrom der entsprechenden Tage. Dabei stieß das Team auf eine Region im Nordosten Chinas, in welcher der Krankheitsverursacher vermutet wurde, der dann per Wind weitergetragen wird. Der Hintergrund: Dieses Gebiet ist vorwiegend durch Landwirtschaft geprägt.

Große Mengen Pilze der Gattung „Candida“ in Proben gefunden
Nun konnten Xavier Rodó und Kollegen neue Erkenntnisse sammeln. In weiteren Experimenten nahmen die Forscher nun vom Flugzeug aus Aerosol-Proben über Japan aus zwei bis drei Kilometern Höhe und untersuchten diese anschließend im Labor auf Pilze und Bakterien. Das Ergebnis: In den Proben befand sich eine große Menge Pilze der Gattung „Candida“, die als Auslöser verschiedener Erkrankungen beim Menschen bekannt sind und bei Mäusen die für Kawasaki typischen Gefäßentzündungen verursachen. Demnach käme den Wissenschaftlern nach auch dieser Pilz als Auslöser der Krankheit in Frage – was auch der relativ kurzen Inkubationszeit von weniger als 24 Stunden entsprechen würde.„Ein Pilzgift könnte als möglicher Erreger der Kawasaki-Krankheit (KD) in Übereinstimmung mit einer landwirtschaftlichen Quelle, einer kurzen Inkubationszeit und synchronisierten Ausbrüche verfolgt werden. Unsere Studie legt nahe, dass der Erreger der KD eher ein vorgeformtes Toxin oder ein ökologischer Wirkstoff ist“, so die Wissenschaftler zusammenfassend. (nr)

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