US-Studien: Oft droht Zahnverlust bei Diabetes

Fabian Peters
Studie zeigt zwei große Risikogruppen für Zahnverlust
In den letzten Jahrzehnten wurden bereits große Fortschritte in der Medizin erzielt – auch in Bezug auf die Volkskrankheit Diabetes. Dennoch gelangen Wissenschaftler auch heute noch zu neuen Erkenntnissen, die vor wenigen Jahren als abwegig abgetan worden wären. So beispielsweise bei dem Zahnverlust in Folge von Diabetes.

Jeder Mensch kann das Pech haben, durch einen Unfall seine Gebiss zu schädigen oder sogar komplett einen Zahn zu verlieren. Insgesamt ist in den vergangenen Jahrzehnten die medizinische Versorgung allerdings so gut geworden, dass die Zahnverluste stetig rückläufig sind. In einer aktuellen Studie stellten Wissenschaftler von der „Duke University“ nun fest, dass einerseits Diabetiker ein erhöhtes Risiko zeigen, in ihrem Leben unter dem Verlust von Zähnen zu leiden, anderseits seien Afro-Amerikaner ebenfalls besonders gefährdet.

Bei Menschen mit Diabetes ist Risiko eines Zahnverlustes deutlich erhöht. (Bild: acceleratorhams/fotolia.com)
Bei Menschen mit Diabetes ist Risiko eines Zahnverlustes deutlich erhöht. (Bild: acceleratorhams/fotolia.com)

Diabetiker verlieren leichter ihre Zähne
Es gebe tatsächlich einen klaren Zusammenhang zwischen Menschen mit Diabetes und einer erhöhten Rate von Zahnverlusten, erklärte Dr. Edmond Hewlett, Sprecher der „American Dental Association“ zu den aktuellen Studienergebnissen. Auch sei festgestellt worden, dass die afroamerikanische Bevölkerung in Amerika ebenfalls ein erhöhtes Risiko für den Verlust von Zähnen aufweist, fügte der Mediziner hinzu. Es wurde schon seit längerer Zeit darüber spekuliert, ob Diabetes mit einer erhöhten Rate an Zahnverlusten zusammenhängt. Durch die aktuelle Studie konnte diese Spekulation jetzt bestätigt werden.

Menschen mit Diabetes haben im Schnitt 21 Zähne weniger
Laut den Untersuchung der „Duke University“ leidet die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung unter Zahn oder Zahnfleischproblemen. Die Krankheitshäufigkeit ist noch höher bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Für ihre Forschung hatten die Wissenschaftler eine Stichprobe von 37.000 Patienten aus dem „National Health and Nutrition Examination Survey“ ausgewertet. Die verwendeten Daten waren zwischen dem Jahr 1971 und 2012 aufgenommen worden. Nach einer Analyse kamen die Mediziner zu dem Schluss, dass allgemein der Zahnverlust im Laufe der Jahre zurückgegangen sei. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Häufigkeit bei Diabetikern ansteige und noch höher ausfalle, wenn Afro-Amerikaner an Diabetes leiden, erklärten die Forscher in der Studie. Mit der Hilfe zusätzlicher Daten waren die Wissenschaftler auch in der Lage festzustellen, dass Menschen mit einer Diabetes Erkrankung in den Jahren 1999 und 2000 im Schnitt etwa 21 Zähne weniger hatten als Menschen ohne Diabetes.

Viele Diabetiker gehen nicht genug zu Zahnarzt
Die Forschung im Bereich Diabetes läuft derzeit auf Hochtouren und macht große Fortschritte. Trotzdem wächst die Zahl der Erkrankten immer weiter. Alleine in den letzten fünf Jahren seien mehr als 1,5 Millionen neue Fälle in Den USA gemeldet worden, berichten die Forscher. Es mache fast den Eindruck, dass die amerikanische Bevölkerung die Bedrohung nicht ernst nehme, erläuterten die Mediziner in der Studie. Eine andere Untersuchung der vergangenen Woche zeigte, dass nur die Hälfte aller Amerikaner mit Diabetes überhaupt ihre Medikamente einnehmen. Die meisten Diabetiker würden leider auch nicht an genügend Zahnuntersuchungen teilnehmen, wobei es eigentlich gerade bei diese Menschen angebracht wäre, öfter mal zum Zahnarzt zu gehen, behauptete Dr. Hewlett.(as)