Veganer sind besser über Risiken aufgeklärt

Die meisten Veganer sind gut über mögliche Mängel aufgeklärt und beugen entsprechend vor. (Bild: travelbook/fotolia.com)
Heilpraxisnet

Experte: Vegane Lebensweise kann gesundheitsförderlich sein

28.11.2014

Veganer verzichten auf sämtliche tierische Lebensmittel sowie auf Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen. Auf dem Speiseplan sind daher vor allem Obst, Gemüse, Nüsse und Getreideprodukte zu finden. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig sind dagegen tabu. Deshalb nehmen Veganer häufig bestimmte Nährstoffe wie Vitamin B12 und Kalzium nicht oder nur in geringer Menge auf. Der Ernährungswissenschaftler Markus Keller weist im Vorfeld des Berliner Fachkongresses „VegMed“ im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“ daraufhin, dass die meisten Veganer gut über mögliche Mängel aufgeklärt seien und entsprechende Präparate zur Vorbeugung einnehmen würden. Bei einer ausgewogenen Lebensmittelauswahl sei die vegane Lebensweise förderlich für die Gesundheit, so der Experte.

Vegane Ernährung kann zu Mängeln führen
Veganer sind besser denn je über mögliche Nährstoffmängel aufgrund einer rein pflanzlichen Ernährungsweise aufgeklärt. „Die meisten Veganer wissen inzwischen, dass man auf die Zufuhr bestimmter kritischer Nährstoffe wie Vitamin B12 und Kalzium besonders achten sollte“, erläutert Keller. Beide Nährstoffe sind vor allem oder ausschließlich in tierischen Produkten enthalten.

Die meisten Veganer sind gut über mögliche Mängel aufgeklärt und beugen entsprechend vor. (Bild: travelbook/fotolia.com)
Die meisten Veganer sind gut über mögliche Mängel aufgeklärt und beugen entsprechend vor. (Bild: travelbook/fotolia.com)

Der Ernährungswissenschaftler forscht am Institut für alternative und nachhaltige Ernährung in Gießen. Im Rahmen seiner Studien treffe er nur selten auf Veganer, die noch keine Vitamin-B12-Präparate einnehmen würden, so Keller. Häufig sei die Dosierung aber nicht optimal oder die Einnahme erfolge zu unregelmäßig. Eine ausgewogene, vollwertige vegane Ernährungsweise könne aber gesundheitsförderlich sein. Das hätten Studien belegt. Jedoch sei die Zahl der veganen Probanden meist sehr gering. Zudem fehle es bisher an Untersuchungen zur veganen Ernährung bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Sportlern. „Auch die beiden größten epidemiologischen Studien, die die Gesundheit von Vegetariern und Nicht-Vegetariern miteinander vergleichen, hatten bei insgesamt mehr als 150.000 Probanden nur einen relativ geringen Anteil an Veganern“, berichtet der Experte.

Mit veganer Ernährung Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen
Keller zufolge haben Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, das geringste Risiko für Übergewicht und Adipositas, Typ-2-Diabetes sowie andere ernährungsbedingte Krankheiten. So kann die vegane Ernährungsweise aufgrund ihrer cholesterin- und fettarmen Kost vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und beim Abnehmen unterstützen. Zudem enthalten Obst und Gemüse viele wertvolle Antioxidantien, die krebshemmend wirken sollen. Dagegen wird das Krebsrisiko durch den Verzehr von rotem Fleisch sogar erhöht.

Viele Veganer haben insgesamt einen gesünderen Lebensstil, da sie sich bewusst mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Auch das Bild des „typischen Veganers“ habe sich in der Öffentlichkeit gewandelt, erläutert Keller. Darauf lasse auch das wachsende Angebot an speziellen Kochbüchern, Cafés und Informationsveranstaltungen schließen. „Die Ernährungsweise ist heute eher mit Gesundheit denn mit Mangel verbunden.“

Die meisten Veganer verzichten Keller zufolge aus ethischen Gründen auf tierische Lebensmittel. Massentierhaltung und Umweltzerstörung sind häufige Beweggründe. Laut Angaben des Vegetarierbundes leben sieben Millionen Vegetarier und etwa 900.000 Veganer in Deutschland. (ag)