Vegetarische Kost nach Völlerei

Alfred Domke

Weihnachtliche Völlerei: Leichte Kost nach den Feiertagen

28.12.2013

Weihnachten ist vorbei, das alte Jahr geht, doch der Festtagsspeck bleibt. Die Leckereien der Weihnachtstage von Plätzchen bis zum Braten haben sich in Hüftgold verwandelt. Um die Pölsterchen wieder loszuwerden, sollte man auf leichte Kost umsteigen.

Völlerei zum Jahresende
Die alljährliche Völlerei zum Jahresende von Weihnachten bis Neujahr ruft bei vielen Menschen zum Jahresbeginn einen Schrecken hervor. Die verschiedenen Leckereien haben während der Festtage oft nicht nur für einen aufgeblähten Bauch gesorgt, sondern sich auch noch in Hüftgold verwandelt. Gegen einen Blähbauch bieten sich zwar zahlreiche Hausmittel bei Blähungen an, aber um den Speck wieder loszuwerden, muss man sich etwas mehr anstrengen, etwa durch sportliche Betätigung oder Diäten. Doch auf leckere Sachen komplett zu verzichten oder gar eine Nulldiät durchzuziehen, fällt den meisten schwer. Ratsam ist es viel eher, auf leichte Kost zu setzen. Dabei lautet die Devise, weniger Fett, mehr Eiweiß, ausreichend Gemüse und weniger Zucker zu sich zu nehmen.

Eiweiß statt tierische Fette
Marion Grillparzer, Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin (Die All you can eat-Diät. Immer satt, immer glücklich, für immer schlank) aus München streicht dabei als erstes tierisches Fett vom Speiseplan und setzt stattdessen Eiweißhaltiges darauf. Sie meint: „Kein Fleisch, keine Wurst, kein Braten, keine Sahne.“ Stattdessen könne man sich mit Fisch oder Tofu einen sättigenden Eiweißschub gönnen. Auch Gemüsesuppen sind schmackhaft und machen anhaltend satt. „Sie regen den Stoffwechsel an, sie liefern pro Kalorie viele Nährstoffe, sie wärmen“, so Grillparzer. Für die Suppen bietet sich an, was im Winter entweder frisch auf dem Markt oder lagerfähig ist: Möhren, Sellerie, Porree, Pastinake, Kohlsprossen, Kohlrabi, Weißkraut, Wirsing. Zudem könne mit Hülsenfrüchten, wie Erbsen, Bohnen und Linsen der Eiweißanteil erhöht werden. Grillparzer nimmt für die Einlage Tofu oder dessen bislang noch eher unbekannte Schwester, das Lupinen-Schnitzel.

Kürbisgulasch mit Pastinakenpüree
Auch Siegfrid Wintgen vom Verband der Köche Deutschlands (VKD) verarbeitet winterliches Gemüse, etwa zu einem leichten Kürbisgulasch mit Pastinakenpüree. Dafür wird ein Kilogramm Kürbis gewürfelt, in einem Sud aus Gemüsebrühe, Kürbisschale und Kernen bissfest gegart, mit Kartoffelstärke gebunden und mit Cayennepfeffer sowie Salz kräftig gewürzt. Für das Püree kocht Wintgen vier Kartoffeln, schwitzt vier Pastinaken in Haselnussöl an, dünstet sie in Gemüsebrühe und püriert das ganze. Zum Schluss wird mit Salz abgeschmeckt und mit Petersilie vollendet. „Anstelle von Pastinaken kann man auch Petersilienwurzeln verwenden. Außerdem funktioniert das Gericht mit jedem Kürbis“, so der Küchenmeister.

Kontrapunkt zur süßen Weihnachtskost
Einen Kontrapunkt zur süßen Weihnachtskost könne man auch mit einem feurigen Gemüsechili aus Pastinaken, Kohlrüben, Porree sowie roten oder weißen Bohnen, Zwiebeln und Chili setzen. Pikant abgeschmeckt wird es mit Salz, Cumin und Zitronenabrieb. Passend dazu: ein kräftiges Sauerteigbrot. Im Internet findet man zahlreiche Webseiten mit leckeren und gesunden vegetarischen bzw. veganen Rezepten.

Weg von den Dauerverführern
Die meisten Menschen verspüren unmittelbar nach den Feiertagen meist ohnehin keinen Appetit mehr auf Süßes oder Fettiges. Da der Plätzchenteller aber immer noch auf dem Tisch steht oder Reste des Festtagbratens im Kühlschrank sind, greifen sie dennoch zu. Deshalb gilt die Devise: Weg von den Dauerverführern! Bei Nadine Röwe vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn heißt es: „Zurück zur Normalität.“ Röwes Anti-Pölsterchen-Programm beginnt schon vor den Feiertagen: „Beim Backen und Kochen die richtige Menge abschätzen, dann bleiben weniger Reste, die hinterher noch gegessen werden müssen.“ Auch für sie bedeutet leichte Kost ein Umstellen auf einen höheren Eiweißanteil, da „das besser sättigt als Kohlenhydrate und Fett.“ Zudem werden neben fettarmer Milch Naturjoghurt und Magerquark verwendet, welche mit Mineralwasser gestreckt werden. Dadurch lassen sich auch Desserts wie Mascarponecreme leichter gestalten. Statt Sahnetorte kommt Obstkuchen auf die Kaffeetafel.

Vollkornprodukte für Hauptgerichte
Um Kalorien einzusparen, bietet sich auch an, Crème fraîche, Crème légère und saure Sahne statt Schlagsahne zu verwenden. Zudem hilft ein Glas Wasser vor dem Essen den Hunger zu bremsen und mit einer leichten Suppe stellt sich ein erstes Sättigungsgefühl ein. Röwe setzt bei Hauptgerichten möglichst Vollkornprodukte ein: „Sie machen schneller und länger satt und unterbinden die Lust auf Süßes.“ Des Weiteren könne man übrig gebliebene Nüsse vom Gabenteller als Zutat für einen Salat oder in einen Naturjoghurt eingerührt als leichte Zwischenmahlzeit verwenden. Dies allerdings in Maßen, da Nüsse kalorienreich sind. „Eine Handvoll genügt“ so Röwe.

Obst-Gemüse-Smoothy
Bei Marion Grillparzer beginnt es bereits nach den Feiertagen zu grünen, zumindest auf dem Frühstückstisch. Für sie ist ein Obst-Gemüse-Smoothy ein guter Start in den Tag. Dafür werden Apfel, Banane, Brokkoli und winterliches Gemüse wie Spinat, Mangold, Feld- oder Endiviensalat mit Leinsamen und Nüssen zu einem Cocktail gemixt. „Nach so einem Drink fühlt der Körper, dass er hat, was er braucht“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Dann ist auch die Völlerei der Festtage schnell vergessen. (ad)

Bild: Lupo / pixelio.de