Verbesserte Therapieoptionen für Opfer von Verbrennungen

Die Wundheilung bei großflächigen Verbrennungen ist oftmals von Komplikationen und der Bildung entsprechender Narben begleitet. Eine neu entwickelte  Methode könnte hier deutliche Vorteile mit sich bringen. (Bild: aleksicze/fotolia.com)
Fabian Peters
Neues Verfahren zur besseren Wundheilung nach Verbrennungen
Bei größeren Verbrennungen sind häufig Hauttransplantationen notwendig, da die betroffene Haut nicht mehr gerettet werden kann. Die Hauttransplantationen gehen allerdings gelegentlich mit Komplikationen einher, die gegebenenfalls eine erneute Operation erforderlich machen und eine verstärkte Narbenbildung verursachen können. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien fanden nun heraus, dass mit Hilfe von Botenstoffen aus weißen Blutkörperchen die Wundheilung nach einer Hauttransplantation verbessert werden kann.

Großflächige Brandwunden werden in der Regel versorgt, indem Hautschichten von anderen Körperregionen transplantiert werden. Das Verfahren hat sich vielfach bewährt, allerdings kann die Wundheilung gelegentlich problematisch werden. Der Forschungsgruppe um den Plastischen Chirurgen Stefan Hacker von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien gelang nun der Nachweis, dass „lösliche Faktoren von weißen Blutkörperchen die Wundheilung nach einer Hauttransplantation verbessern“, so die Mitteilung der Universität. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Forscher in dem Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Die Wundheilung bei großflächigen Verbrennungen ist oftmals von Komplikationen und der Bildung entsprechender Narben begleitet. Eine neu entwickelte  Methode könnte hier deutliche Vorteile mit sich bringen. (Bild: aleksicze/fotolia.com)
Die Wundheilung bei großflächigen Verbrennungen ist oftmals von Komplikationen und der Bildung entsprechender Narben begleitet. Eine neu entwickelte Methode könnte hier deutliche Vorteile mit sich bringen. (Bild: aleksicze/fotolia.com)

Komplikationen beim Heilungsprozess
Die betroffene Haut kann bei Verbrennungen häufig nicht gerettet werden und muss entfernt werden. Zurück bleiben offene Wundflächen, die bei großflächigen Brandwunden mit Hautverpflanzungen vom Oberschenkel oder Rücken auf das verletzte Gebiet behandelt werden Hierbei gilt: „Je jünger die PatientInnen sind, desto besser ist die Wundheilung“, so die Mitteilung der MedUni Wien. Bei älteren Betroffenen und Menschen mit bestimmten Krankheiten (z.B. Diabetes) dauere der Heilungsprozess jedoch erheblich länger und manchmal führe dies zu Komplikationen, die erneute Operationen notwendig machen oder entstellende Narben verursachen.

Verdopplung der Gefäßneubildung
Die Forschungsgruppe um Stefan Hacker hat jetzt im Tiermodell erfolgreich eine Methode getestet, mit der die Wundheilung nach einer Hauttransplantation wesentlich verbessert werden kann. Ihnen sei der Nachweis gelungen, dass lösliche Faktoren aus weißen Blutkörperchen maßgeblich zu einer verbesserten Wundheilung beitragen können, so die Mitteilung der Universität. Im Rahmen der Untersuchungen hatten die Forscher zunächst weiße Blutkörperchen durch Bestrahlung mit Gammastrahlen in Stress versetzt, damit diese bestimmte Eiweiße ausschütten, welche die Gefäß- und Gewebeneubildung anregen. Die ausgeschütteten, löslichen Eiweiße wurden zu einem Medikament verarbeitet und auf die Wunden aufgetragen. Das Ergebnis sei eine Verdoppelung der Gefäßneubildung und außerdem eine bessere und schnellere Entwicklung der Haut als in den Vergleichsgruppen gewesen, berichtet die MedUni Wien.

Methode auch bei anderen Wunden einsetzbar
Die klinische Anwendung der neuen Methode beim Menschen soll sich laut Aussage des Studienleiters „nicht auf Verbrennungswunden beschränken, sondern auch bei anderen Wunden, wie etwa schlecht heilenden Hautgeschwüren bei Diabetikern oder nach mikrochirurgischen Gewebsverpflanzungen funktionieren.“ Durchgeführt wurde das aktuelle Studienprojekt in Kooperation mit Rainer Mittermayr vom Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie sowie Michael Mildner von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien. „Die Studie ist ein gutes Beispiel für translationale Forschung, die auch bald den PatientInnen zu Gute kommen könnte“, so die Mitteilung der MedUni Wien. (fp)

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