Verbesserung der ärztlichen Versorgung geplant

Fabian Peters

Kürzere Wartezeiten beim Arzt und mehr Landärzte

06.01.2014

Die ärztliche Versorgung in Deutschland soll sich nach dem Willen des neuen Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) künftig deutlich verbessern. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ benannte Gröhe kürzere Wartezeiten auf einen Arzttermin für gesetzlich Versicherte und eine höhere Arztdichte in ländlichen Gebieten als wesentliche Ziele.

Insbesondere die unterschiedlichen Wartezeiten für Patienten mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung haben in der Vergangenheit für Kritik gesorgt. Während gesetzlich Versicherte oft länger als vier Wochen auf einen Facharzttermin warten müssen, werden Privatversicherte in der Regel schneller bedient, so der vielfach geäußerte Vorwurf. Im Koalitionsvertrag haben sich SPD, CDU und CSU daher darauf verständigt, dass die Wartezeiten auf einen Arzttermin für gesetzlich Versicherte in Zukunft deutlich verkürzt werden sollen, erläuterte Gröhe.

Innerhalb von maximal vier Wochen einen Facharzttermin
Unter Koordinierung der Kassenärztlichen Vereinigung sollen die gesetzlich Versicherten künftig innerhalb von maximal vier Wochen einen Facharzttermin erhalten und ansonsten Anspruch auf eine ambulante Krankenhausbehandlung haben, erläuterte der neue Bundesgesundheitsminister. Wenn die Patienten ins Krankenhaus überwiesen werden müssen, werde dies aus dem Krankenkassen-Budget der niedergelassenen Ärzte bezahlt, um auch einen gewissen finanziellen Druck auf die Ärzteschaft auszuüben.

Höhere Arztdichte im ländlichen Bereich
Eine Erhöhung der Arztdichte in ländlichen Gebieten ist nach Ansicht des Ministers nur zu erreichen,wenn sich auch vermehrt junge Mediziner als Landärzte niederlassen. „Ich will mit den Wissenschaftsministern der Länder darüber sprechen, dass junge Leute, die sich verpflichten, eine Praxis im ländlichen Raum zu übernehmen, der Zugang zum Studium erleichtert wird“, erläuterte Gröhe. „Dies könnte auch für diejenigen gelten, die ein freiwilliges soziales Jahr zum Beispiel im Rettungsdienst geleistet haben“, so der neue Bundesgesundheitsminister weiter. Vergleichbare Regelungen würden „in einigen Bundesländern und an manchen Hochschulen ja schon erfolgreich praktiziert.“

Qualifizierte Zuwanderung in der Pflege erforderlich
Mit Blick auf die aktuell von der CSU erneut entfachte Zuwanderungsdebatte betonte der Bundesgesundheitsminister gegenüber der Bild am Sonntag, dass „wir in der Pflege seit Jahren nur bestehen (können), weil es auch qualifizierte Zuwanderung gibt.“ Dies gelte ebenfalls für Pflegepersonal aus Bulgarien und Rumänien. Pflegekräfte aus EU-Staaten mit entsprechender Qualifikation seien hier allgemein eine Unterstützung. „Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch Nicht-EU-Staaten in Betracht“, so Gröhe weiter. Parallel wolle er jedoch auch erreichen, dass der Pflegeberuf so attraktiv wird, „dass junge Menschen in Deutschland ihn nach der Schule gerne ergreifen.“ (fp)

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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de