Verbotener Stoff in Deutschland Fan-Schminke

Heilpraxisnet

Vorsicht: Fan-Schminke für WM kann gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten

27.06.2014

Das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg warnt vor Fan-Schminke. In einigen Schminkstiften sind demnach gesundheitsgefährdende Stoffe entdeckt worden. Das ergab eine Untersuchung von insgesamt 14 Fan-Schminke-Produkten auf Einhaltung des europäischen Kosmetikrechtes. Das erschreckende Ergebnis: Alle Proben wurden beanstandet.

Fan-Schminke mit möglicherweise krebserregendem Farbstoff
Fan-Schminke gehört für viele Fußball-Fans genauso zur WM wie der schwarz-rot-goldene Schal. Wie das Verbraucherschutzministerium jedoch jüngst bekannt gab, sind Deutschland-Farben im Gesicht und am Körper für die Gesundheit nicht ganz unbedenklich. In neun der 14 untersuchten Proben von Fan-Schminke wurde unter anderem der verbotene Farbstoff Lackrot (CI 15585) entdeckt, der im Verdacht steht, Krebs erregend zu sein. Das Ministerium darf aus rechtlichen Gründen jedoch keine Herstellerliste veröffentlichen, um Verbraucher von bestimmten Schminkprodukten abzuraten.

Hautarzt Hans Georg Dauer gab aber gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ Entwarnung: „Wenn Sie alle zwei Jahre für ein paar Stunden mal eine Schminke mit nicht erlaubten Inhaltsstoffen draufmachen, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts passieren." Das Verbrauchschutzministerium teilt dazu mit: „Bei dem Farbstoff kann laut der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) nicht ausgeschlossen werden, dass er für den Menschen krebserregend ist. Es liegen jedoch keine ausreichenden Daten vor, um ihn als krebserregend einzustufen. In gewisser Weise ist die Situation mit dem Rauchen vergleichbar, wobei hier das erhöhte Krebsrisiko sogar erwiesen ist.“

Belastete Fan-Schminke nur schwer von Qualitätsschminke zu unterscheiden
Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist daraufhin, dass bedenkliche Produkte nur schwer für den Verbraucher erkennbar seien. „Viele Farbpigmente sind mit verschlüsselten Nummern, dem Colour-Idex (CI), in der Liste der Inhaltsstoffe angegeben. Für Laien ist das nicht zu überblicken", so die Expertin gegenüber der Nachrichtenagentur. Der verbotene Farbstoff sei jedoch ohnehin nicht deklariert, schreibt das Ministerium. Meist handele es sich bei den betroffenen Produkten jedoch um Aktionsware, die vorwiegend aus China stamme. „Sind die Inhaltsstoffe gut und deutlich angegeben, ist das ein Qualitätsmerkmal. Je transparenter der Hersteller ist, desto besser", berichtet Etzenbach-Effers.

Der Rat der Expertin: Statt Fan-Schminke normale oder Theater-Schminke verwenden. Die sei auch in den gewünschten Farben erhältlich, beispielsweise ein schwarzer Kajalstift, ein roter Lippenstift und goldener Glitzer. „Als Tipp vom Hautarzt: Immer erst mal gucken, ob es Theaterschminke in diesen Farben gibt", empfiehlt Dauer. „Die ist erprobt, die ist sicher, da sind keine schädigenden Substanzen drin und die ist im Allgemeinen hautfreundlich."

Hilfe für gereizte Haut durch Fan-Schminke
Wenn die Schminke mehrere Stunden im Gesicht aufgetragen war, reagiert die Haut häufig mit Reizungen. Rote Stellen und Juckreiz können die Folge sein. Wer bereits im Vorfeld vorbeugen möchte, sollte seine Haut mit einer gut verträglichen Gesichtscreme schützen und erst dann die Fan-Schminke auftragen. Nach dem WM-Spiel sollte die Farbe rasch gründlich entfernt und auf keinen Fall über Nacht auf der Haut belassen werden.

Für Allergiker gilt es, besonders vorsichtig zu sein. Etzenbach-Effers rät dazu, die Fan-Schminke bereits drei Tage vor dem eigentlichen Anlass auf einer kleinen Stelle in der Armbeuge zu testen, da allergische Reaktionen zeitverzögert auftreten können. Sollte sich eine Allergie bemerkbar machen, betrifft sie dann nur eine Stelle am Arm und nicht das ganze Gesicht. Bei Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühlen und Hautrötungen sollte die Schminke in jedem Fall sofort entfernt werden. Normalerweise verschwinden die Allergiesymtome dann nach ein bis zwei Stunden. Sollten weiterhin Beschwerden auftreten, ist es ratsam, ein Hautarzt zu konsultieren.

Wichtig ist zudem, das Haltbarkeitsdatum der Fan-Schminke zu beachten. Bei einem ranzigen, muffigen Geruch sollte sie keinesfalls länger verwendet werden.

Auf die Frage, ob die auf den verbotenen Farbstoff positiv getestete Schminke noch im Handel ist, teilt das Verbraucherministerium mit: „Die zuständigen Behörden in Baden-Württemberg haben die Ware im betroffenen Einzelhandelsgeschäft aus dem Verkehr genommen und die für den Hersteller/Importeur zuständigen Behörden informiert. Die Hersteller/Importeure müssen die nicht verkehrsfähige Ware vom Markt nehmen. Die Behörden sind dabei, die Vertriebslisten zu prüfen und im nächsten Schritt zu kontrollieren, ob die Rücknahme ordnungsgemäß erfolgt ist.“

Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de