Vergleichs-Studie: Frauen sind ausschließlich lesbisch oder bisexuell

Sebastian
Britische Forscher: Frauen sind nie komplett heterosexuell
Frauen sind immer entweder lesbisch oder bisexuell, aber niemals komplett heterosexuell: Das behaupten zumindest Wissenschaftler aus Großbritannien. An der Universität von Essex haben die Forscher eine Studie durchgeführt, bei der sie den Teilnehmerinnen pornografische Videos zeigten und ihre Erregung aufzeichneten.
Frauen sind nie heterosexuell
Einer neuen Studie am psychologischen Institut der Universität von Essex (England) zufolge gibt es unter Frauen praktisch keine Heterosexualität. Laut der Untersuchung fühlen sich Frauen, die sich als Lesben identifizieren, vor allem von Frauen sexuell angezogen, während angeblich heterosexuelle Frauen sowohl von Männern als auch von Frauen erregt werden. Die britischen Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse vor kurzem im Fachmagazin „Journal of Personality and Social Psychology“. In verschiedenen früheren Befragungen äußerte meist nur eine Minderheit der Frauen und Männer, dass sie sich vom selben Geschlecht sexuell angezogen fühlen. So gaben beispielsweise rund 85 Prozent der TeilnehmerInnen einer Studie in Kanada zum Thema Sex-Fantasien an, heterosexuell zu sein.

Laut einer Studie sind Frauen entweder Bi oder Lesbisch. Bild: kopitinphoto - fotolia
Laut einer Studie sind Frauen entweder Bi oder Lesbisch. Bild: kopitinphoto – fotolia

Augen zeigen sexuelle Orientierung
Bei der aktuellen Untersuchung unter Leitung des Psychologen Gerulf Rieger wurden 345 Studienteilnehmerinnen pornografische Filme gezeigt, in denen sich entweder Frauen oder Männer selbst befriedigten. Die Wissenschaftler bestimmten dabei die sexuelle Erregung der Teilnehmerinnen durch eine Messung im Genitalbereich und durch die Pupillenerweiterung. Wie Rieger bereits in einer früheren Studie feststellte, können die Augen-Pupillen auch die sexuelle Orientierung anzeigen.

Männer sind einfacher gestrickt
Es zeigte sich, dass lesbische Frauen keine oder kaum Erregung zeigten, wenn sie Männern beim Onanieren zusahen, bei Frauen jedoch sehr wohl. Die Mehrheit der heterosexuellen Frauen gab an, sowohl von dem Mann als auch von der Frau im Sex-Clip erregt worden zu sein. Laut einem Bericht des Internetportals „queer.de“ zeigte sich Studienleiter Rieger von den Ergebnissen wenig überrascht. Der Psychologe erklärte, dass der Prozess der sexuellen Erregung bei Frauen sehr kompliziert sei, während Männer einfacher gestrickt seien. „Auch wenn sich die Mehrzahl der Frauen als heterosexuell beschreibt, zeigen unsere Forschungsergebnisse eines deutlich: Wenn man betrachtet, ob sie sexuell erregt werden, sind Frauen entweder bisexuell oder lesbisch, aber nie heterosexuell“, sagte Rieger.

Sexueller Orientierung nicht am Verhalten zu erkennen
Die Studie zeige zudem, dass sich viele lesbischen Frauen zwar oft „männlicher“ kleiden würden, allerdings keine „männlicheren“ Verhaltensweisen zeigten. Deswegen sei es nicht möglich, Frauen anhand von ihrem Verhalten eine bestimmte sexuelle Orientierung zuzuschreiben. Rieger gab jedoch an, er gehe nicht davon aus, dass alle Frauen, die sich als heterosexuell identifizierten, eine Lüge lebten: „Das bedeutet vielmehr, dass bei vielen Frauen etwas anderes im Kopf passiert als im Unterleib. Wenn Sie mir sagen, dass Sie heterosexuell sind, werde ich Ihnen nicht widersprechen. Ich glaube Ihnen das.“ Nach Meinung vieler Wissenschaftler reichen die drei Einteilungen „Homosexuell, Bisexuell und Heterosexuell“ zur Beschreibung der Sexualität ohnehin nicht aus. Zudem ist bekannt, dass es nicht zwangsläufig eine Festlegung gibt und sich die sexuellen Präferenzen im Laufe des Lebens ändern können. Auch wenn manche Wissenschaftler behaupten, es gebe ein genetisches Merkmal, durch das die sexuelle Orientierung – zumindest bei Männern – vorhersagbar werde. (ad)