Verhüten: So wird das Sexleben quantitativer und qualitativer

Die Verhütung erhöht Qualität und Quantität. Bild: deagreez - fotolia
Fabian Peters
Sie wollen mehr Sex in ihrer Partnerschaft? Dann fangen Sie an zu verhüten!
Wie eine Studie zeigte, haben Paare, die verhüten, ein deutlich verbessertes Sexualleben. Die Vergleichsstudie zeigte, dass Paare dann häufiger miteinander verkehren und dadurch mehr Qualität erleben. Vielleicht sind Paare mit ausgeprägten Sexualleben jedoch auch einfach eher geneigt, regelmäßig zu verhüten.

Wünschen Sie sich mehr Sex in ihrer Partnerschaft? Wenn ja, gibt es eine gute Nachricht. Paare die verhüten, haben deutlich mehr Sex als andere Paare. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt amerikanische Forscher von der „Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health“.(http://www.jhsph.edu/news/news-releases/2016/better-access-to-contraceptives-means-more-sex-for-married-couples.html) Vielleicht können Sie auf teure Reizwäsche und Sexspielzeuge verzichten, wenn Sie einfach mit der Verhütung anfangen.

Die Verhütung erhöht Qualität und Quantität. Bild: deagreez - fotolia
Die Verhütung erhöht Qualität und Quantität. Bild: deagreez – fotolia

Paare, die Verhütungsmittel verwenden, haben dreimal häufiger Geschlechtsverkehr
Ehepaare in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, haben mehr Sex, wenn sie verhüten. Paare die Verhütungsmittel verwenden, haben ganze dreimal häufiger regelmäßigen Geschlechtsverkehr, behaupten die Mediziner in ihrer Untersuchung. Wir sollten versuchen, zu verstehen, wie oft Frauen durchschnittlich Sex haben und welche Rolle dabei Verhütungsmittel spielen, sagt Studienleiterin Suzanne Bell. So entwickeln wir ein besseres Verständnis dafür, wie Frauen versuchen ihre Familienplanung zu erfüllen, erläutert die Forscherin weiter. Außerdem helfe die Verbesserung des Zugangs zu Verhütungsmitteln und die Deckung der Nachfrage Menschen dabei, ein sorgenfreies Leben ohne ständige Gedanken über Fruchtbarkeit zu führen. Frauen die keine Verhütungsmittel nutzen, haben vielleicht weniger regelmäßigen Sex, um das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu reduzieren, vermuten die Forscher.

Frauen zwischen 20 und 29 Jahren haben den meisten Geschlechtsverkehr
Frauen können ein besseres, gesünderes und sichereres Sexualleben haben durch die einfache Trennung von Sex und Schwangerschaft, erläutern die Wissenschaftler. Verhütung ermögliche dies, so Suzanne Bell. Die Studie ergab, dass Frauen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren am häufigsten Geschlechtsverkehr hatten. Obwohl die Menge an Sex mit Verhütung zusammenhängt, bedeute ein verbesserter Zugang zu Verhütungsmitteln nicht automatisch, dass alle Menschen dann häufiger Geschlechtsverkehr haben. Sorgen über die Nebenwirkungen der hormonbasierten Empfängnisverhütung und falsche Vorstellungen über das Auslösen von Unfruchtbarkeit oder Krebs seien häufige Gründe, warum Frauen diese Verhütungsmittel nicht verwenden. Andere Frauen erklären, dass sie sehr selten Sex hätten und daher keine Notwendigkeit bestehe, Empfängnisverhütung anzuwenden, berichten die Mediziner.

Notwendigkeit zur Empfängnisverhütung in Entwicklungsländern überschätzt
In Bezug auf die Unterschiede zwischen den Ländern war zu erkennen, dass in dem westafrikanischen Staat Benin der geringsten Anteil an verheirateten oder in Beziehung lebenden Frauen noch Geschlechtsverkehr hatte. Lediglich 61 Prozent der Frauen erklärten hier, dass sie in letzter Zeit Sex gehabt hätten. Jordanien hatte den höchsten Wert. Dieser lag bei stattlichen 94 Prozent, gefolgt von Ruanda mit 92 Prozent, berichten die Wissenschaftler. Es wurde lange angenommen, dass sexuell aktive Frauen im gebärfähigen Alter Empfängnisverhütung betreiben müssen, um nicht schwanger zu werden. Allerdings sei die Notwendigkeit zur Empfängnisverhütung in manchen Entwicklungsländern möglicherweise überschätzt worden, erklärt Bell. Viele der Frauen dort hätten keinen regelmäßigen Geschlechtsverkehr oder sogar überhaupt kein Sex. Infolgedessen bestehe auch keine Gefahr der ungewollten Schwangerschaft bei diesen Frauen. Die Verhütungsberatung in den Entwicklungsländern sei dennoch häufig nicht ausreichend und Frauen bräuchten bessere Informationen über ihre Verhütungsoptionen. So könnten sie die beste Entscheidung treffen, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, sagt Bell. Moderne Empfängnisverhütung ist eine Chance, um das Risiko einer Schwangerschaft zu verringern, ohne die sexuelle Aktivität zu reduzieren, so die amerikanische Forscherin weiter. (as)

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