Verhütung mit Pille und Kondom bevorzugt

Fabian Peters

Verhütung mit Pille und Kondom in Deutschland bevorzugt

01.04.2011

Bei der Verhütung gehen die meisten Deutsche auf Nummer sicher. Rund 53 Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen nutzen die Pille zur Verhütung, etwa 37 Prozent Kondome, erklärte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, beim Auftakt des ersten Deutschen Verhütungskongresses in Wiesbaden.

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Insgesamt verhüten 76 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren beim Geschlechtsverkehr, berichtete die Direktorin der BZgA unter Bezug auf die Ergebnisse einer aktuelle Studie. Lediglich 16 Prozent der Befragten hätten angegeben keine Verhütungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Antibabypille und Kondome seien nach wie vor die beliebtesten Verhütungsmittel, wobei „die häufige Doppelnutzung der beiden Verhütungsmethoden“ auffällig sei, betonte Elisabeth Pott.

Antibabypille und Kondom bevorzugte Verhütungsmittel
Im Rahme einer repräsentativen Studie zum Einsatz von Verhütungsmitteln hatte die BZgA im Januar diese Jahres 997 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren befragt. Die Ergebnisse stellte die Direktorin der BZgA am Samstag auf dem ersten Deutschen Verhütungskongress vor. Demnach gaben 53 Prozent der Befragten an, die Antibabypille als Verhütungsmittel zu bevorzugen, wobei 37 Prozent ausschließlich auf die Pille setzten und 15 Prozent zusätzlich Kondome verwenden. Am zweithäufigsten nutzen die Deutschen der BZgA-Umfrage zufolge das Kondom zur Verhütung. So benutzen 20 Prozent der Befragten ausschließlich Kondome, 17 Prozent gaben an diese in Verbindung mit anderen Verhütungsmitteln zu verwenden. Zehn Prozent der Studienteilnehmer erklärten, die Spirale zur Empfängnisverhütung zu nutzen. Weitere zehn Prozent der Befragten haben sich den Angaben der BZgA zufolge sterilisieren lassen, wobei dies nach Aussage von Elisabeth Pott „meist dann (der Fall ist), wenn kein weiterer Kinderwunsch besteht“. Andere Verhütungsmethoden wie beispielsweise das Hormonstäbchen, der Vaginalring oder die Dreimonatsspritze wurden von lediglich ein bis zwei Prozent der Befragten bevorzugt.

Ältere Menschen lassen sich häufiger sterilisieren
Mit dem Alter der Studienteilnehmer variieren der BZgA zufolge jedoch auch die präferierten Verhütungsmethoden. So hat sich mit 23 Prozent fast ein Viertel Befragten im Alter zwischen 40 und 49 Jahren sterilisieren lassen und nur noch 30 Prozent nutzten die Pille beziehungsweise 26 Prozent Kondome. Bei den jüngeren Studienteilnehmern im Alter von 18 bis 29 Jahren gaben hingegen 72 Prozent an die Pille zu verwenden und 51 Prozent nutzten Kondome. Zu dem Verhütungsverhalten junger Menschen hatte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erst im vergangenen Jahr eine Studie mit 5.674 Jugendlichen durchgeführt und dabei festgestellt, dass rund 75 Prozent aller 14- bis 17-jährigen Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund beim ersten Geschlechtsverkehr ein Kondom und mehr als ein Drittel die Antibabypille verwenden. Bei den Jungen hätten demnach ebenfalls drei Viertel der Befragten insgesamt beim ersten Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt, allerdings lag der Anteil unter den Jungen mit Migrationshintergrund lediglich bei 59 Prozent, erklärte die BZgA im vergangenen Jahr. Ungeschützten Verkehr beim „ersten Mal“ hatten der BZgA-Studie zufolge insgesamt acht Prozent der Mädchen (zwölf Prozent der Mädchen mit Migrationshintergrund) und acht Prozent der Jungen (18 Prozent der Jungen mit Migrationshintergrund).

Naturheilkundliche Alternative
Aus naturheilkundlicher Sicht ist als Alternative zu den von der BZgA untersuchten Verhütungsmitteln der Mexican Wild Yam (auf deutsch: „mexikanische wilde Yamswurzel“) zu berücksichtigen. Deren Wirkstoff spielte schon bei der Erfindung der Antibabypille eine entscheidende Rolle und in der Heilkunde der mexikanischen Naturvölker wird die Yamswurzel seit Generationen zur Verhütung aber auch zur Behandlung anderer Krankheiten eingesetzt. Im Gegensatz zu den synthetisch hergestellten Antibabypillen verursacht Mexican Wild Yam keinerlei bekannte Nebenwirkung und hilft außerdem in geringerer Dosierung bei gesundheitlichen Beschwerden wie Krämpfen bei Koliken, Entzündungen und rheumatischen Schmerzen. Bei Verwendung als Verhütungsmittel wird in der Naturheilkunde der Verzehr von ca. 3.000 Milligramm pulverisierter Yamswurzel täglich empfohlen, um einen effektiven Empfängnisschutz aufzubauen. Um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, ist das Kondom noch immer die beste Alternative. (fp)

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