Vermehrt Norovirus-Erkrankungen in Niedersachsen

Fabian Peters

Norovirus-Infektionen in Niedersachsen nehmen deutlich zu: Bei den schweren Magen-Darm-Erkrankungen ist laut Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen dieses Jahr ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Bis jetzt wurden seit Anfang des Jahres bereits 8.180 Fälle registriert, während es im Vorjahres-Zeitraum noch 6.590 Erkrankungen waren, berichtet die TK unter Berufung auf die Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

03.11.2012

Häufigster Auslöser der vermehrten schweren Magen-Darm-Erkrankungen sind laut Angaben der Techniker Krankenkasse Rotavirus- und Norovirus-Infektionen. Diese sein meist gehäuft in den Wintermonaten zu beobachten. So wurden der TK zufolge „im Jahr 2011 in den Monaten Januar bis März und im Dezember rund 60 Prozent aller in Niedersachsen gemeldeten Norovirus Fälle registriert.“ Da Noroviren „extrem ansteckend“ sind und bereits „kleinste Viruspartikel“ für eine Infektion ausreichen, rät die TK in ihrer aktuellem Pressemitteilung „zur Einhaltung wichtiger Hygieneregeln wie regelmäßigem Händewaschen mit Seife.“ Auch sei der Kontakt mit bereits erkrankten Personen möglichst zu meiden.

Braunschweig und Hannover mit den meisten Norovirus-Infektionen
Um 1.590 Fälle beziehungsweise 24 Prozent ist die Anzahl der schweren Magen-Darm-Erkrankung in Niedersachsen bisher im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dabei war den Angaben der Techniker Krankenkasse zufolge „der Regierungsbezirk Braunschweig mit 2.473 gemeldeten Fällen, gefolgt vom Regierungsbezirk Hannover (2.304 Fälle)“ am stärksten betroffen. Eine Infektion mit Noroviren führt nach einer Inkubationszeit von maximal drei Tagen zu plötzlich einsetzenden Symptomen, wie Bauchschmerzen bis hin zu Magen- und Darmkrämpfen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Die Patienten zeigen ein massives „Krankheitsgefühl, manchmal auch Kreislaufschwäche, leichtes Fieber und Kopfschmerzen“, berichtet die TK. Die Erreger können noch rund acht Tage nach der Genesung an andere weitergegeben werden, so dass auch im Anschluss an die vermeintliche Gesundung auf die Einhaltung der Hygieneregeln zu achten ist.

Noroviren sind extrem ansteckend
Sind bereits Personen im eigenen Haushalt an einer Norovirus-Infektion erkrankt, spielt die Einhaltung gründlicher Toiletten- und Küchenhygiene eine besondere Rolle. Des Weiteren sollte sich möglichst nur eine Person im Haushalt um die Erkrankten kümmern, um für die anderen die Ansteckungsgefahr zu minimieren, berichtet die Techniker Krankenkasse. Die Patienten selbst müssen viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und „den geschwächten Elektrolythaushalt wieder zu stärken“, so die Mitteilung der TK. Zeigt sich ein schwerer Krankheitsverlauf, ist der Krankenkasse zufolge möglichst frühzeitig ein Arzt hinzuzuziehen. Dies gelte insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen.

Jährliche Schwankungen bei den Norovirus-Infektionen
Besondere Besorgnis hat der Anstieg der schweren Magen-Darm-Erkrankungen auf Seiten der niedersächsischen Behörden nicht ausgelöst. Es gebe keine Hinweise auf eine Norovirus-Welle, erklärte das Landesgesundheitsamt. „Wir haben nur einen leichten, saisonbedingten Anstieg der Meldefälle", so der Sprecher des Landesgesundheitsamts, Dr. Holger Scharlach, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“- Dem Behördensprecher zufolge wurden rund 75 Prozent der Erkrankungen in diesem Jahr bereits zwischen Januar und März registriert. Zwar gab es im Jahr 2011 sehr viel weniger Norovirus-Infektionen, im Jahr 2010 dafür jedoch deutlich mehr. Massive jährliche Schwankungen sind bei den Norovirus-Infektionen durchaus keine Seltenheit, da einzelne größere Ausbrüche, wie beispielsweise die jüngste Infektionswelle durch verunreinigte chinesische Tiefkühl-Erdbeeren bei Schulkindern in Ostdeutschland, mitunter tausende Personen betreffen. (fp)

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