Versandapotheke: Medikamente nur gegen Rezept

Fabian Peters

Seriöse Online-Apotheken verlangen bei verschreibungspflichtige Arzneien immer ein Rezept

11.02.2013

Der Markt der Versandapotheken boomt, doch nicht alle Anbieter arbeiten seriös. Der IT-Branchenverband Bitkom nennt in einer aktuellen Pressemitteilung einige Faktoren, anhand derer sich Patienten beim Online-Medikamentenkauf orientieren können. So sollten seriöse Online-Apotheken zum Beispiel bei verschreibungspflichtigen Medikamenten stets die postalische Zusendung des Rezeptes verlangen. Auch müsse unter der Hotline eine telefonische Beratung der Patienten durch pharmazeutisches Fachpersonal erfolgen. Bei den seriösen Online-Apotheken erhielten die Patienten zudem oft eine zusätzliche Beratung per Email oder Fax.

Seit der Zulassung des Online-Versandhandels mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln Anfang des Jahres 2004 ist die Anzahl zugelassener Online-Apotheken auf mittlerweile rund 3.000 Versandapotheken gestiegen, von denen ungefähr 80 Prozent eine Website besitzen, berichtet der IT-Branchenverband. „Mehr als 16 Millionen Bundesbürger haben bereits frei verkäufliche oder apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel im Web bestellt“, so Bitkom weiter. Doch beim Online-Medikamentenkauf sei auch Vorsicht geboten, da unseriöse Anbieter zum Teil „gefälschte und nicht zugelassene Ware“ verbreiten. Anhand einiger einfacher Merkmale lassen sich diese unseriöse Anbieter laut Aussage der Experten allerdings meist relativ leicht identifizieren.

Gesundheitsrisiko durch gefälschte Medikamente
Die derzeit zugelassenen Versandapotheken werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) vollständig gelistet. Darüber hinaus haben auch einige ausländische Apotheken aus dem europäischen Raum eine Versanderlaubnis für Deutschland, so Bitkom. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, können sich Patienten anhand eines Kriterienkataloges des IT-Branchenverbandes selbstständig ein Bild von den Online-Apotheken machen. So sollten Verbraucher zum Beispiel „skeptisch werden, wenn verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorlage eines Rezeptes angeboten werden“, berichtet Bitkom. Eine postalische Zusendung des Rezeptes sei hier immer erforderlich. Auch lohne sich zunächst ein Blick ins Impressum der Online-Apotheken. Sind hier nicht sämtliche wichtigen Informationen wie Adresse, Name des verantwortlichen Apothekers, Telefonnummer, Aufsichtsbehörde und die zuständige Apothekenkammer gelistet, sei von einer Bestellung abzuraten. Positiv zu bewerten ist hingegen, wenn die Online-Apotheke mit dem Sicherheitslogo des DIMDI auf einen Eintrag im Versandapothekenregister hinweist, erläuterte der IT-Branchenverband. Durch einen Klick auf das Logo sollte der Verbraucher hier zum Registereintrag der Apotheke gelangen.

Seriöse Online-Apotheken erkennen
Versandapotheken sind vom Gesetz her zu einer telefonischen Beratung des Kunden verpflichtet, wobei die „Beratungshotline mit deutschsprachigem pharmazeutischem Fachpersonal besetzt sein“ muss, berichtet Bitkom. Ist das nicht der Fall, sollten Verbraucher vorsichtig sein. Denn in dem Online-Markt tummeln sich auch einige unseriöse Anbieter, die mit gefälschten Präparaten versuchen ihr Geld zu verdienen. Dabei lassen sich laut Angaben des IT-Branchenverbandes „Medikamente auf unterschiedlichste Art und Weise fälschen: Beispiele sind falsche Dosierungen, gefälschte Beipackzettel, absichtlich verlängerte Verfallsdaten oder gar eine falsche Zusammensetzung des Medikaments selbst.“ Für die Patienten können derartige Fälschungen unter Umständen zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko werden. Hier liefert mitunter auch ein Blick auf das Angebot der Online-Apotheken Hinweise zu deren Seriosität. Werden verschreibungspflichtige Medikamente für weniger als 50 Prozent des Herstellerpreises angeboten, ist dies illegal und Verbraucher sollten bei den entsprechenden Versandapotheken keinesfalls bestellen. Die frei verkäuflichen Medikamente können im Web jedoch tatsächlich um einiges günstiger sein, da sie keiner gesetzlichen Preisbindung unterliegen, berichtet der IT-Branchenverband Bitkom. (fp)

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