Versorgung mit Impfstoffen in Deutschland ausreichend gesichert

Alfred Domke

Impfstoffe: Versorgung der deutschen Bevölkerung ist gesichert

In den vergangenen Jahren war teilweise über Lieferengpässe bei wichtigen Impfstoffen in Deutschland berichtet worden. Aktuell ist die Bevölkerung hierzulande aber gut mit Impfstoffen versorgt. Darauf weist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hin.

Schutz vor Infektionskrankheiten

Impfungen sind ein äußerst effektives Mittel gegen verschiedene Infektionskrankheiten. Welche Schutzimpfungen angeraten sind, wird in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) festgelegt. In der Vergangenheit waren teilweise bestimmte Impfstoffe nicht ausreichend auf dem deutschen Markt verfügbar. Doch aktuell ist die Bevölkerung hierzulande gut damit versorgt.

Zwar war in der Vergangenheit über Lieferengpässe bei wichtigen Impfstoffen berichtet worden, doch die deutsche Bevölkerung ist laut Experten gut mit solchen Mitteln versorgt. (Bild: Production Perig/fotolia.com)

Bevölkerung ist gut mit Impfstoffen versorgt

„Die Bevölkerung in Deutschland ist mit Impfstoffen gut versorgt“, so bewertet Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), die aktuelle Verfügbarkeit von Impfstoffen.

„Die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen muss selbstverständlich gesichert sein, denn Impflücken können zu einem unzureichenden Immunschutz führen, der mitunter gefährlich sein kann“, erklärte Prof. Cichutek.

Obwohl es bei einigen Impfstoffen zeitweilig Lieferengpässe gibt, ist die medizinisch erforderliche Versorgung gewährleistet. So können sich Eltern darauf verlassen, dass die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern möglich ist.

Institut informiert über Lieferengpässe

Das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, informiert seit Oktober 2015 auf seiner Homepage zeitnah über Lieferengpässe von Impfstoffen und unterstützt so im Hinblick auf die Versorgungslage den Informationsfluss unter allen Beteiligten.

In der Liste „Lieferengpässe von Human-Impfstoffen“ macht das PEI Angaben zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Wiederverfügbarkeit des Arzneimittels und führt Alternativimpfstoffe an.

Wenn das nicht möglich ist, kontaktiert es die STIKO mit der Bitte um eine Handlungsempfehlung, die sie dann als Link hinterlegt.

Das PEI veröffentlicht keine Details, wo die am deutschen Markt verfügbaren Impfstoffe bezogen werden können, denn es verfolgt bisher nicht die lokale Impfstoffverteilung.

Es besteht die Möglichkeit, dass in einzelnen Apotheken oder Regionen ein Impfstoff nicht abrufbar ist, aber die Impfstoffe grundsätzlich in Deutschland verfügbar sind.

Keine Gefahr für die Gesundheit

Wird ein Lieferengpass gemeldet, bedeutet dies nicht automatisch einen Versorgungsengpass, da sich zu diesem Zeitpunkt Impfstoffe noch in den Handelsketten befinden.

Dank einer zeitnahen Meldung der Impfstoffhersteller über drohende Lieferengpässe konnte im Vorfeld reagiert werden.

Die Landesärztekammer Hessen wies kürzlich in einer Pressemitteilung auf die Vierfach-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung) hin, die in den vergangenen Monaten wiederholt von Lieferengpässen betroffen waren.

Davon ging laut dem PEI jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Gesundheit der impfwilligen Patienten aus. In der Regel standen alternative Impfstoffprodukte dieser Art zur Verfügung.

Die genannten Impfstoffe dienen primär der Auffrischung von Impfungen, die problemlos auch um mehrere Monate verschoben werden kann.

Die Impfstoffkombination gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis stand immer zur Verfügung.

Anders als in der Pressemitteilung kommuniziert, gab es im vergangenen Jahr Engpässe bei Impfstoffen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken nicht über mehrere Monate, sondern nur einmalig für vier Wochen, schreibt das PEI. (ad)