Verzehren von Fructose hat viele negative gesundheitliche Folgen

Alexander Stindt
Welche Art von Zucker ist am ungesündesten?
Der Konsum von zu viel Zucker ist nicht gut für unsere Gesundheit. Forscher fanden nun heraus, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Art des verbrauchten Zuckers, zu ernsthaften gesundheitlichen Auswirkungen führen kann. Besonders schädlich scheint dabei Fructose zu sein.

Die Wissenschaftler der University of Barcelona stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass der Verzehr von Fructose besonders schädlich für den Stoffwechsel und das Gefäßsystem ist, verglichen mit dem Konsum von Glucose. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „American Journal of Physiology-Heart and Circulatory Physiology“.

Fructose ist umgangssprachlich auch als Fruchtzucker bekannt. Mediziner stellten fest, dass die Aufnahme von viel Fructose zu erheblichen negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen kann. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Fructose schadet dem Stoffwechsel und dem Gefäßsystem
Die aktuelle Studie untersuchte die Gefahren, welche durch Glucoe und Fructose für die menschliche Gesundheit entstehen können. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr von Fructose zu stärker schädigenden Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Gefäßsystem führt Glucose, erläutern die Experten. Fructose ist eine Art von Zucker, welche auch als Fruchtzucker bezeichnet wird. Fructose kommt in der Natur vor allem in Früchten wie Äpfeln, Birnen und Beeren vor.

Fructose hat eine hohe Süßstoffmenge und niedrige Produktionskosten
Fructose ist einfacher Zucker (Monosaccharid), welcher gewöhnlich in Früchten gefunden wird. Diese Art von Zucker ist einer der gebräuchlichsten Süßstoffe in der Lebensmittelindustrie. Er besitzt eine hohe Süßstoffmenge und niedrige Produktionskosten, verglichen mit Zucker aus Saccharose oder Maissirup mit Fructose, erläutern die Forscher in einer Pressemitteilung.

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Mediziner testen die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker im Tiermodell
Bei der aktuellen Untersuchung konnten die Wissenschaftler feststellen, dass weibliche Ratten empfindlicher auf die metabolischen Veränderungen reagieren als männliche Ratten. Abgesehen von ihrer normalen Nahrung erhielten die Testratten zusätzlich eine Glucose- oder Fructose-Flüssigkeits-Komplementierung. Abhängig von der Art des aufgenommenen Zuckers (Glucose oder Fructose) zeigten die Versuchstiere Unterschiede in Körpergewicht, Triglyceriden und vaskulärer Physiologie, erklären die Experten.

Was bewirkte die Fructose im Versuch?
Einer der herausragenden metabolischen Effekte ist die hohe Konzentration von Triglyceriden im Plasma der Gruppe von Ratten, der Fructose gegeben wurden, sagen die Autoren. Dieser Effekt kann nicht nur mit einer großen Synthese von Leberlipiden erklärt werden, da sowohl Glucose als auch Fructose die hepatische Lipogenese induzieren, erklären die Wissenschaftler weiter. Die Proteingehalte eines Schlüsselenzyms in der Fettsäureoxidation (CPT1A) sei nur bei den Ratten zurückgegangen, die Fructose erhielten.

Diese Gruppe zeigte außerdem eine Zunahme der Expression eines Proteins mit der Bezeichnung MTP, welches dabei hilft, Triglyceride aus der Leber in das Plasma zu transportieren. Die festgestellten Effekte deuten darauf hin, dass Fructose in einer bestimmten Weise in der Lage ist, die Oxidation von Fettsäuren zu reduzieren und die Bewegung von Triglyceriden aus der Leber in das Plasma zu erhöhen, erläutern die Forscher. Vermutlich verursache eine sogenannte Hypertriglyceridämie diese Auswirkungen.

Fructose führt zu vaskulären und hepatischen Veränderungen
Wird Ratten Glucose verabreicht, erhöht sich die Fähigkeit der Aorta sich zu entspannen, wenn sie einem Wirkstoff mit Stickstoffmonoxid (Natriumnitroprussid) ausgesetzt ist, sagen die Autoren. Bei den Ratten aus der Fructose-Gruppe war diese Fähigkeit der Aorta geringer. Hier ergebe sich aus der vaskulären Perspektive, dass Fructose sich negativ auf die Entspannung der Aorta auswirkt. Glucose wirkt hier eher vorteilhaft, fügen die Wissenschaftler hinzu. Die Ratten, denen Fructose verabreicht wurde, zeigten ebenfalls Veränderungen in ihrer Leber und nahmen schneller an Gewicht zu. Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass die Einnahme von Fructose bei Ratten mit hepatischen Veränderungen verbunden waren.

Fructose kann bei männlichen und weiblichen Ratten zu einer sogenannten Fettleber führen. Abgesehen von den festgestellten vaskulären und hepatischen Veränderungen gibt es eine höhere Körpergewichtszunahme bei diesen Ratten, obwohl sie weniger Kalorien aufnahmen als die Ratten aus der anderen Gruppe.

Durch eine erhöhte Aufnahme von Fructose können Entzündungen ausgelöst werden
Die Tatsache, dass Fructose die Oxidation von Fettsäuren reduziert und die Synthese von Leberlipiden erhöht, kann zu einer Erhöhung der sogenannten Lipidablagerung in dem Organ führen (Fettleber), sagen die Experten. Diese Anhäufung von Lipiden in der Leber kann dann wiederum zu Leberentzündungen führen.

Fructose kann den Körper massiv beeinträchtigen
Die auftretende Körpergewichtszunahme scheint auf den ersten Blick nur mit dem Anstieg der Kalorienzufuhr verbunden zu sein, es sind aber auch andere Faktoren beteiligt, erläutern die Autoren. Insbesondere die Gewichtszunahme in der Leber, welche bei der Fructose-Gruppe der Ratten festgestellt wurde, könnte mit der Akkumulation von Lipiden in diesem Organ zusammenhängen und den Körper massiv beeinträchtigen, so die Einschätzung der Forscher. (as)

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