Verzicht auf Alkohol senkt das Osteoporose-Risiko

Astrid Goldmayer

Wie sportliche Aktivitäten und Verzicht auf Alkohol das Risiko für Osteoporose senken

04.10.2012

Der Verzicht von Alkohol verbessert bereits nach einer achtwöchigen Abstinenz die Knochendichte von alkoholabhängigen Patienten. Das ergab eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck. Sportliche Aktivität soll laut Studienergebnissen ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel haben und das Risiko von Osteoporose senken.

Mehr zum Thema:

Mit Alkohol-Abstinenz und Sport Osteoporose entgegenwirken
Osteoporose tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Frauen sind nach der Menopause etwa fünfmal häufiger betroffen als Männer. Wie Wissenschaftler der Medizinischen Universität Innsbruck bereits im Jahr 2010 herausfanden, erhöht Alkoholismus das Osteoporose-Risiko auch bei jungen Männern. In der Folgestudie zeigte sich, dass sich die Knochendichte von Alkoholabhängigen bereits nach einer Abstinenzphase von acht Wochen deutlich verbessert. Die Ergebnisse weisen zudem daraufhin, dass sportliche Aktivität ebenfalls einen positiven Effekt auf den Knochenstoffwechsel hat. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ veröffentlicht.

Peter Malik von der Innsbrucker Universitätsklinik für Biologische Psychiatrie leitete die Verlaufsstudie. „Wir stellten fest, dass sich schon nach achtwöchiger Abstinenz annähernd ein Gleichgewicht zwischen Knochenanbau und -abbau einstellte, was im Umkehrschluss einen direkten Effekt des Alkohols auf die Funktion knochenbildender Zellen nahe legt“, erläutert der Experte. Zudem weisen die Ergebnisse auf einen positiven Zusammenhang von körperlicher Aktivität und dem Knochenstoffwechsel hin. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass jene alkoholabhängigen Patienten, die sich auch während des Trinkens regelmäßig bewegten, eine bessere Knochendichte aufweisen. Deshalb sollten Therapieprogramme zur Abstinenz immer auch Physiotherapie beziehungsweise sportliche Angebote mit einschließen“, erklärt Malik. Er rät generell zu Knochendichte-Messungen bei Alkoholkranken, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren bei den Betroffenen hinzukommen, wie beispielsweise Nikotinkonsum oder Medikamenteneinnahme mit negativer Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel.

Frühzeitige Behandlung von Osteoporose kann weiteres Fortschreiten verhindern
Osteoporose gehört zu den häufigsten Erkrankungen, die im höheren Lebensalter auftreten. Durch die Stoffwechselerkrankung der Knochen wird mehr Knochenmasse abgebaut als neu gebildet wird. Das Skelett erleidet dadurch einen Stabilitätsverlust und es kommt vermehrt zu Knochenbrüchen. Zu den Ursachen für Osteoporose gehören zum einen genetische Faktoren, zum anderen aber auch Östrogenmangel nach den Wechseljahren, dauerhafte Kortisoneinnahme, Schilddrüsenüberfunktionen oder andere Erkrankungen. Die Lebensweise, vor allem die Ernährung, hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluss. Ein Mangel an körperlicher Aktivität wirkt begünstigend für Osteoporose.

Um der Erkrankung vorzubeugen, raten Mediziner deshalb zu regelmäßiger Bewegung, kalziumreicher Kost und einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D. Auf den Genuss von „Knochenräubern“ wie Nikotin und Alkohol sowie phosphatreichen Lebensmittel wie Fleisch oder Wurst, Cola oder Kaffee sollte verzichtet werden.

Zur Diagnose von Osteoporose ist manchmal schon eine einfache Knochendichtemessung ausreichend. Computertomografien, Blutuntersuchungen oder Mobilitätstests durch einen Orthopäden können zudem Aufschluss geben. Liegt eine Diagnose für Osteoporose vor, erfolgt eine medikamentöse Therapie. Eine Reihe von Arzneimittelsubstanzen wirken gezielt dem Knochenabbau entgegen und regen gleichzeitig ihren Aufbau an, so dass Knochenbrüche verhindert werden können. Darüber hinaus kann die Wirbelsäule gegebenenfalls durch einen operativen Eingriff stabilisiert oder ein instabiles Gelenk ersetzen werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Durch eine frühzeitige Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Osteoporose bei vielen Patienten erfolgreich aufhalten, das Risiko für Komplikationen verringern und sogar eine erneute Zunahme der Knochendichte bewirken. (ag)