Viel Bauchfett ein Hinweis auf große Gesundheitsrisiken

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen die Auswirkungen des metabolischen Syndroms
Das sogenannte metabolische Syndrom ist ein Cluster von mindestens drei Risikofaktoren, die abdominale Fettleibigkeit, hohen Blutdruck und Diabetes umfassen. Diese Faktoren beeinflussen schätzungsweise alleine in Großbritannien einen von drei Erwachsenen. Durch das metabolische Syndrom wird der Gesundheit der Betroffenen stark geschadet und Erkrankte können an den Auswirkungen schlimmstenfalls versterben. Forscher untersuchten jetzt, warum eine Anhäufung von mehreren Faktoren so besonders gefährlich ist.

Die Wissenschaftler der Florida Atlantic University stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das metabolische Syndrom zu einer hohen Anzahl von Todesfällen jedes Jahr führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Cardiovascular Pharmacology and Therapeutics“.

In der heutigen Gesellschaft leiden Menschen häufig unter Übergewicht und Fettleibigkeit. Mit einem erhöhten Gewicht hängen viele negative Auswirkungen für den menschlichen Körper zusammen. Besonders gefährlich wird es, wenn mehrere Beschwerden in Form eines metabolischen Syndroms zusammenkommen. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Kombination der Risikofaktoren ist besonders gefährlich
In der Vergangenheit untersuchten die Ärzte mehrfach die einzelnen Risikofaktoren des metabolischen Syndroms. Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit wirken sich schon einzeln negativ auf unsere Gesundheit aus, aber alle drei Effekte zusammen sind besonders gefährlich, warnen die Autoren.

Bauchfett ein Gesundheitsrisiko
Bauchfett kann sich besonders negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken. Als sogenanntes Viszeralfetts lagert sich dieses Fett um verschiedene Organe des menschlichen Körpers wie beispielsweise Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm ab. In der weiteren Folge zeigt sich oftmals auch eine Insulinresistenz, berichten die Wissenschaftler.

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Taillenumfang ist ein wichtiger Prädikator des metabolischen Syndroms
Der Taillenumfang ist ein starker Prädiktor des metabolischen Syndroms, auch wenn der sogenannte Body-Masse-Index (BMI) aus der Gleichung entfernt wird, erklärt Autorin Professorin Dawn Sherling. Es gebe Patienten mit einem normalen Body-Mass-Index, welche trotzdem ein erhöhtes Risiko aufweisen. Diese Patienten stellen bei der Betrachtung des metabolischen Syndroms einen wichtigen Anteil im klinischen Alltag dar, erläutern die Experten.

Fettleibigkeit ist der Hauptfaktor für das metabolische Syndrom
Hauptfaktoren, welche den Weg zum metabolischen Syndrom beschleunigen, sind Übergewicht und Fettleibigkeit, berichten die Wissenschaftler. Adipositas überhole langsam sogar das Rauchen als die führende vermeidbare Ursache für einen vorzeitigen Tod in den USA und weltweit, erläutert die Studienautorin Prof. Sherling. Für eine optimale Gesundheit sollte die Taille weniger als 101 cm bei Männern und maximal rund 89 cm bei Frauen messen, so die Wissenschaftler weiter.

Negative Auswirkungen des metabolischen Syndroms
Das metabolisches Syndrom ist sozusagen ein stiller Mörder, weil es weitgehend ohne Symptome bleibt, sagen die Experten. Für die Betroffenen sei es ebenso wahrscheinlich einen Schlaganfall oder Herzinfarkt innerhalb der nächsten zehn Jahre zu entwickeln, wie bei Menschen, welche bereits vorher einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten.

Morbidität und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird zunehmen
Wenn die aktuelle Generation der amerikanischen Kinder und Jugendlichen das mittlere Alter erreicht, wird die Morbidität und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zunehmen, berichten die Wissenschaftler. Sie betonen, dass die therapeutischen Veränderungen des Lebensstils bereits in der Kindheit beginnen sollten.

Fettleibigkeit beginnt häufig bereits in der Kindheit
Die Pandemie der Fettleibigkeit, welche oftmals bereits Kinder betrifft, ist zutiefst besorgniserregend, sagen die Wissenschaftler. Jugendliche sind heute fettleibiger und weniger körperlich aktiv als ihre Eltern und haben bereits höhere Raten von Typ-2-Diabetes, so die Experten weiter.

Sterblichkeitsraten in der Generation der Kinder werde die der Eltern übertreffen
Es ist wahrscheinlich, dass die gegenwärtige Generation der Kinder die erste Generation seit dem Jahr 1960 ist, welche höhere Sterblichkeitsraten als ihre Eltern haben wird. Dies liegt besonders an Herzerkrankungen und Schlaganfällen, erklären die Experten.

Kardiovaskuläre Erkrankung bleiben führende Ursache für Todesfälle
Die Forscher sagten Fettleibigkeit ist ein wichtiger Risikofaktor für mehrere Arten von Krebs, vor allem für Darm-, Brust- und Prostatakrebs. In den USA werden kardiovaskuläre Erkrankung, vor allem infolge von Fettleibigkeit und körperlicher Inaktivität, die führende Ursache für vorzeitige Tode bleiben, erläutert der Autor Professor Charles H. Hennekens.

Täglicher Spaziergang von zwanzig Minuten kann das Risiko reduzieren
Leider bevorzugen die meisten Menschen die Verschreibung von Pillen zur Vermeidung von Folgen ihres ungesunden Lebensstils, berichten die Wissenschaftler. Obwohl es Belge dafür gebe, dass bereits ein täglicher Spaziergang von 20 Minuten oder mehr bei den meisten Betroffenen einen Gewichtsverlust von mindestens fünf Prozent ermögliche. Dieser Gewichtsverlust führe seinerseits zu deutlich reduzierten Herz-Kreislauf-Ereignissen und Todesfällen, fügen die Autoren hinzu. (as)