Viel Fußball-WM im Fernsehen ist ungesund

Heilpraxisnet

Erhöhte Sterblichkeit durch zu hohen Fernsehkonsum

11.07.2014

Wer täglich vor dem Fernseher sitzt, hat eine erhöhtes Risiko früher zu sterben. Das bestätigen mehrere Studien. So soll das Mortalitätsrisiko um mit jeder Stunde fernsehen pro Tag um vier Prozent steigen, wenn über mehrere Jahre regelmäßig ferngesehen wird. Im Hinblick auf kardiovaskuläre Risikofaktoren steigt die Sterblichkeit demnach sogar um sieben Prozent. Experten raten Fußball-Fan während der WM dazu, Sport nicht nur im Fernsehen zu schauen, sondern sich auch selbst ausreichend zu bewegen.

Viel Fußball im Fernsehen führt nicht zur Steigerung der eigenen Aktivität
Wer alle Spiele der Fußball-WM im Fernsehen gesehen hat, hat in den letzten Wochen etwa 250 Stunden vor dem Bildschirm verbracht – sitzend und möglicherweise mit Bier und Chips. Dass das nicht gesund sein kann, dürfte jedem Fußball-Fan klar sein. Dennoch zieht es viele Sport-Begeisterte eher von den Fernseher als auf den Sportplatz. Das haben Studien belegt. Demnach führt das Sportschauen im Fernsehen nicht zu mehr persönlicher Aktivität. Im Rahmen einer aktuellen britischen Untersuchung wurde sogar der gegenteilige Effekt nachgewiesen. „Die, die täglich Sport im Fernsehen konsumieren, haben im Vergleich zu jenen, die maximal einmal wöchentlich Sport im Fernsehen ansehen, ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, fettleibig zu sein. Auch, wenn sie sportlich gleich aktiv waren und selbst wenn sie gleich viele andere Sendungen im Fernsehen ansahen", erläutert Thomas Dorner vom Zentrum für Public Health der Med-Uni Wien gegenüber der Nachrichtenagentur „APA“.

Zu langes Sitzen vor dem Fernseher schadet der Gesundheit
Mediziner appellieren seit Jahrzehnten an die Bevölkerung, sich mehr zu bewegen. Laut Empfehlungen der WHO sollten Erwachsene mindestens 150 Minuten pro Woche körperlich aktiv sein beziehungsweise rund 20 Minuten täglich Sport treiben.

„Selbst wenn man sich an das empfohlene Ausmaß an körperlicher Aktivität hält, wirkt sich langes Sitzen negativ auf metabolische Parameter und auf die Gesundheit aus", so Dorner. „Langes Sitzen, egal ob am Arbeitsplatz, vor dem Fernseher oder in Autos erhöht das Risiko vorzeitiger Mortalität. Körperliche Aktivität dagegen übt multiplen Einfluss auf viele physiologische und morphologische Parameter aus." So steigert körperliche Aktivität den Grundumsatz im Stoffwechsel, wirkt sich positiv auf Bluthochdruck und den Cholesterinspiegel aus und reduziert die Körperfettmasse. Nicht zuletzt wird dadurch Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) vorgebeugt.

Bei körperlicher Inaktivität kommt es dagegen zur Erhöhung der Triglyzerid-Konzentration im Blut, zur Verringerung des „guten Cholesterins“ (HDL-Cholesterin) und zu Veränderungen im kardio-vaskulären System. In der Folge werden die Beine weniger durchblutet, der Blutdruck erhöht und die arteriellen Gefäße verengen sich. „Das alles in Kombination erklärt das deutlich erhöhte Mortalitätsrisiko", erläutert der Experte und rät allen Fußball-Fans: „Wichtig wäre, jede Möglichkeit zu körperlicher Aktivität zu nutzen. Dazu wäre jetzt im Sommer und nach der Fußball-WM ja die perfekte Zeit.“ (ag)