Viele Folgen von Depressionen: Massive Auswirkungen im Arbeitsalltag

Alfred Domke
Depressionen wirken sich häufig massiv im Arbeitsalltag aus
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete vor kurzem, dass die Anzahl der Menschen mit Depressionen weltweit erneut gestiegen ist. Auch hierzulande sind Millionen Menschen betroffen. Die psychische Erkrankung wirkt sich auch massiv auf das Arbeitsleben aus.

Immer mehr Menschen mit Depressionen
In der EU leiden immer mehr Menschen an Depressionen. Auch in Deutschland erkranken jedes Jahr rund acht Prozent der Bevölkerung. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten, unabhängig von Geschlecht und sozialem Status. Eine Depression kann sich in vielfältigen Symptomen äußern: Antriebsschwäche, Motivationslosigkeit, Traurigkeit, wenig Lebensfreude. Das kann schnell zu schlechteren Leistungen am Arbeitsplatz führen. Experten mahnen: Depressive brauchen professionelle Hilfe.

Immer mehr Menschen leiden an Depressionen. Die Krankheit wirkt sich auch auf das Arbeitsleben aus. Betroffene sollten sich professionelle Hilfe holen. (Bild: Korta/fotolia.com)

Auswirkungen auf das Arbeitsleben
Depressionen machen sich unter anderem durch Symptome wie Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Antriebsmangel bemerkbar.

Zudem treten bei bis zu 90 Prozent der Betroffenen Konzentrationsstörungen auf, was sich auch auf das Arbeitsleben auswirken kann, wie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

„Die Depression ist eine Volkskrankheit. Sie wirkt sich auf die gesamte Lebenssituation der Betroffenen aus und belastet auch Familie, Partnerschaft und Freundschaften. Oftmals führt sie zu langen Fehlzeiten bei der Arbeit“, erklärte DGPPN-Präsident Professor Arno Deister in einer Mitteilung.

Auch andere Experten haben in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, dass es wegen Depressionen viele Fehltage gibt.

Eingeschränktes Problemlösungsvermögen
Bei Menschen mit Depressionen ist häufig das Problemlösungsvermögen eingeschränkt. Betroffene haben dann Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und zu planen.

Beschäftigte müssen viel Kraft aufwenden, um solche Defizite zu kompensieren. Die Folge: Erschöpfung am Feierabend und keine Energie für private Aktivitäten.

Wenn Berufstätige an sich selbst Symptome bemerken, sollten sie das ernst nehmen. Depressionen lassen sich in den meisten Fällen gut behandeln – und zwar umso einfacher, umso früher die Behandlung begonnen wird.

Viele Betroffene werden gar nicht behandelt
Wird seine Depression nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie chronisch werden. Die Behandlung erfolgt traditionell mit Medikamenten (Antidepressiva) und Psychotherapie. Doch auch Sport hilft gegen Depressionen.

Aber: „18 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen werden heute in Deutschland gar nicht behandelt. Nur 26 Prozent der Patienten erhalten eine Behandlung, wie sie die wissenschaftlichen Leitlinien empfehlen“, so Professor Arno Deister.

Die Experten empfehlen Betroffenen, sich professionelle Hilfe zu suchen. (ad)

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