Viele Medikamente gefälscht

Heilpraxisnet

Medikamente gefälscht: Behörde gibt Entwarnung

22.10.2014

In Nordeuropa tauchten dieses Jahr mehrfach Medikamente auf, die aus Italien geliefert und dort gestohlen oder gefälscht wurden. Nun gibt die italienische Arzneimittelbehörde Entwarnung. Man habe "alle Produkte, die nach dem ersten Juni exportiert wurden, überprüft", wie die Arzneimittelbehörde AIFA mitteilte. Für diese Arzneimittel ist also eine über die gesetzlichen Regelungen in der EU hinausgehende, "zusätzliche Überprüfung der Lieferkette" laut einem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) "nicht mehr erforderlich".

Für Arzneimittel, die in Italien von den Zulassungsinhabern nur an Krankenhäuser geliefert wurden, wird weiterhin die Abklärung der Legalität empfohlen. Hierbei handelt es sich um Afinitor, Atripla, Avastin, Caelyx, Ecalta, Eviplera, Exjade, Faslodex, Gilenya, Herceptin, Iressa, MabThera, Nplate (250mg), Prezista, RoActemra, Stelara, Sutent, Tasigna, Truvada, Tysabri, Velcade, Viramune, Viread und Votrient. Außerdem, so das PEI, würden die AIFA und die Polizei weiterhin prüfen, ob Arzneimittel manipuliert seien.

Nur originalverpackte Medikamente benutzen
Allerdings sollen Ärzte, Apotheker und Patienten auch in Zukunft genau prüfen, ob Medikamente originalverpackt sind, so das PEI. Sollte dem nicht so sein, sollen die Medikamente umgehend und unbenutzt an den Arzt oder Apotheker zurückgegeben werden. Hintergrund sind vereinzelt bei deutschen Großhändlern aufgetauchte Fälschungen aus Rumänien.

Seit März seien bei deutschen Zwischenhändlern aus Beständen italienischer Krankenhäuser und Großhändler stammende gestohlene oder manipulierte Medikamente aufgefallen, die über legale Lieferwege nach Deutschland gekommen waren. Nachdem das PEI und das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArm) die Chargennummern der betroffenen Medikamente bekanntgaben, wurden diese von den Behörden sichergestellt, so Spiegel.online weiter.

Kontrollen bleiben auch weiterhin
Erst nach einer gemeinsamen Prüfung der Legalität der Lieferwege haben europäische Behörden, PEI, BfArm und Landesbehörden die Medikamente wieder für den Markt freigegeben. Informationen über weitere illegal gehandelte Medikamente werden derzeitig von der AIFA gesammelt, um sie in Kürze den EU-Behörden zukommen zu lassen.
Unabhängig davon soll die Zusammenarbeit der deutschen Behörden laut Spiegel online auch in Zukunft fortgesetzt werden. (jp)

Bild: Andrea Damm / pixelio.de