Viele Pestizide: Schwarzer Tee mit krebserregenden Stoffen belastet

Alfred Domke
Gesundheitsgefährdende Pestizide in mehreren Schwarztee-Marken gefunden
Viele Bundesbürger lieben Tee. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag 2015 bei 28 Litern Schwarz- und Grüntee. 70 Prozent davon waren Schwarztee. Ein Test brachte nun jedoch zu Tage, dass fast alle geprüften Marken gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten.

Gesundheitsgefährdende Substanzen
Erst vor wenigen Tagen war eine Warnung vor Kamillentee bekannt gegeben worden, der mit krebserregenden Stoffen belastet ist. Nun hat ein Test des ZDF-Magazins „WISO“ gezeigt, dass auch in Schwarztee gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten sind. Schon in früheren Untersuchungen, wie etwa durch die Stiftung Warentest, wurde festgestellt, dass schwarzer Tee oft mit Schadstoffen belastet ist.

Das ZDF-Magazin „WISO“ hat bei einem Test verschiedener Schwarztee-Marken festgestellt, dass alle Produkte Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
„Tee ist in Deutschland so beliebt wie nie! Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch lag hierzulande 2015 bei 28 Litern Schwarz- und Grüntee. 70 Prozent davon waren Schwarztee“, schreibt das ZDF auf seiner Webseite.

Das ZDF-Magazin „WISO“ hat nun im Rahmen einer Stichprobe sechs Schwarztees verschiedener Hersteller in einem akkreditierten Labor auf Pflanzenschutzmittel untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass alle Produkte Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Den Angaben zufolge waren in allen getesteten Tees mindestens vier unterschiedliche Pestizide zu finden.

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Rückstände von zehn unterschiedlichen Pestiziden
„Im negativen Spitzenreiter (Eilles Assam Spezial) fand das Labor sogar Rückstände von zehn unterschiedlichen Pestiziden“, heißt es in der Mitteilung.

Allerdings wurden dabei für die Einzelstoffe keine Grenzwerte überschritten. Von der J.J. Darboven GmbH & Co. KG wurden in einer Stellungnahme gegenüber „WISO“ betont, dass das Produkt „der europäischen Gesetzgebung, insbesondere dem Lebensmittelrecht,“ entspreche.

In fünf der sechs Produkte wurde zudem Anthrachinon nachgewiesen, ein Stoff, der unter anderem zur Abwehr des Vogelfraßes nach der Aussaat eingesetzt wird und der in der EU wegen der Gefahr für Anwender und Verbraucher nicht mehr zugelassen ist. Anthrachinon gilt laut Experten als krebserregend.

Nur ein Tee ohne krebserregenden Stoff
Den Angaben zufolge lag der Tee der Eigenmarke des Discounters Lidl mit einem Gehalt von 0,02 mg/kg laut Laborbefund genau auf dem zulässigen Grenzwert und war damit gerade noch verkehrsfähig.

Die Discounterkette betonte in einer Stellungnahme, dass die eingesetzten Rohwaren individuell untersucht würden. Im Rahmen dieser Untersuchungen sei „kein gesetzlich relevanter Wert für Anthrachinon festgestellt“ worden. Lediglich im Ostfriesen Teefix von Teekanne fand das Labor kein Anthrachinon.

Das ZDF-Magazin „WISO“ berichtet über den Schwarztee-Test in der Sendung am Montag, 23. Januar 2017, 19.25 Uhr. (ad)