HIV-Infektionen bei Vielen unerkannt

Heilpraxisnet

HIV-Infektionen in Deutschland: Immer mehr Infizierte

11.11.2013

Es war Anfang der 80er Jahre, als eine wahre Aids-Epidemie über Deutschland hereinbrach. Schätzungsweise 94.000 Menschen haben sich seit dem mit dem Virus infiziert. Ungefähr 27.000 sind gestorben. Seinerzeit galt eine HIV-Infektion als ein sicheres Todesurteil, in deren Folge, Betroffene an lebensbedrohlichen Infektionen und Tumoren gestorben sind.

Dank antiretroviraler Medikamente und hat sich die Überlebenswahrscheinlichkeit HIV-Erkrankter deutlich erhöht und mittlerweile ist ein fast „normales“ Leben mit dem Virus möglich. Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch Instituts (RKI) in Berlin lebten 2012 etwa 78.000 HIV-Infizierte. Dabei hat sich die Zahl der mit dem HI-Virus lebenden Personen in der Altersgruppe der über 40-Jährigen seit Anfang der neunziger Jahre etwa verfünffacht. Ein unverändert hohes Niveau konnten die Forscher bei den Neuinfektionen beobachten. Fast die Hälfte der Erkrankten (45 Prozent) hat sich im Ausland infiziert.

Sorge bereitet dem RKI die Gruppen von Menschen, die von ihrer HIV-Infektion noch keine Kenntnis haben. Etwa 14.000 Personen sind laut dem RKI Bericht „HIV-positiv und wissen nichts davon, weil bisher noch kein HIV-Test durchgeführt wurde“. 30 Prozent der Betroffenen sind zwischen 25 bis 34 Jahren. Etwa 3400 Deutsche (knapp 25 Prozent) haben sich im Laufe des Jahre 2012 infiziert. Der größte Anteil davon, 74 Prozent, sind Männer, die mit anderen Männern Sex hatten. Unter den heterosexuellen Frauen waren 11 Prozent betroffen und acht Prozent waren heterosexuelle Männer. Der Anteil der Drogenabhängigen, die sich in Folge von infizierten Spritzen ansteckten, lag bei sechs Prozent. Bei fast einem Drittel konnte die Neuinfektion schon im ersten Jahr festgestellt werden.

Bei einer Mehrheit von 75 Prozent wurde erst nach dem Auftreten klinischer Symptome eine Infektion diagnostiziert. Um die hohe Zahl der Neuinfizierungen einzudämmen, rät das RKI die Risikogruppen für die Nutzung von Kondomen zu sensibilisieren und mehr niedrigschwellige Hilfsangebote anzubieten. Der Zugang zu HIV-Test soll erleichtert werden. Wichtig ist nach Angaben der Experten auch, den starken Anstieg der Syphilis-Fälle zu stoppen. Die Geschlechtserkrankung begünstigt die Empfänglichkeit für HIV als auch die Übertragung des Virus. (fr)

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