Vierlinge mit 65: Mediziner warnt vor Risiken

Heilpraxisnet

Vierlinge mit 65: Frauenärzte warnen vor gesundheitlichen Risiken

15.04.2015

Nachdem in den vergangenen Tagen berichtet wurde, dass eine 65-jährige Berlinerin mit Vierlingen schwanger ist, haben nun Frauenärzte vor den gesundheitlichen Risiken von Mehrlingsschwangerschaften gewarnt. Wenn die werdende Mutter bereits im hohen Alter ist, stellt dies zudem eine zusätzliche Gefahr dar.

65-jährige Berlinerin erwartet Vierlinge
Vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass eine 65-jährige Berlinerin schwanger mit Vierlingen ist. Die 13-fache Mutter (ihre jüngste Tochter ist neun Jahre alt) und 7-fache Oma hatte sich in den vergangenen anderthalb Jahren mehrfach im Ausland durch eine Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen. Die Vierlingsschwangerschaft der Grundschullehrerin sorgt seit dem Bekanntwerden für großes Aufsehen. Selbst in einer TV-Doku wird sie nun begleitet. Frauenärzte haben jetzt vor den großen gesundheitlichen Risiken gewarnt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

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Vierlingsschwangerschaften „in jedem Alter mit erheblichen Risiken“ verbunden
Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) erklärte, dass Vierlingsschwangerschaften „in jedem Alter mit erheblichen Risiken und Gefahren für Mutter und Kinder verbunden“ seien. So steige etwa das bei einer älteren Frau ohnehin schon erhöhte Thromboserisiko. Außerdem sei auch das Risiko für Bluthochdruck sowie Schwangerschaftsdiabetes bei Mehrlingsschwangerschaften – unabhängig vom Alter – erhöht. Darüber hinaus drohten durch die Überdehnung der Gebärmutter schwere Blutungen. Auch vermehrte Wassereinlagerung insbesondere in den Beinen, Krampfadern und Blutarmut sind bei Mehrlingsschwangerschaften Fachleuten zufolge häufiger.

Babys droht eine Unterversorgung
Während der Schwangerschaft drohe den Babys eine Unterversorgung und schließlich eine Frühgeburt mit andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Seh- und Hörschäden sowie Entwicklungsstörungen. „Es ist ausgeschlossen, dass Vierlinge reif geboren werden“, heißt es von Seiten des Berufsverbandes. Demnach werden Vierlingsschwangerschaften im Durchschnitt bereits nach 31 Schwangerschaftswochen beendet. Zudem ist die „Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ihre Mutter noch nach ihrem 20. Lebensjahr haben“, gering.

Jede Schwangerschaft bedeutet eine erhebliche Belastung
Jede Schwangerschaft, unabhängig vom Alter der Mutter, bedeutet nach Angaben der Frauenärzte eine erhebliche Belastung für Körper und Kreislauf. Wie die Agentur weiter schreibt, kann deshalb von einer Schwangerschaft wie im Fall der 65-Jährigen, die mittels Samen- und Eizellspende und mit Hilfe einer Hormonbehandlung entstand, „nur abgeraten werden“. RTL und „Bild am Sonntag“ (Bams) hatten berichtet, dass sich die Berliner Grundschullehrerin Annegret R. im Ausland durch eine Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen hat.

Schwangerschaftsabbruch kam für Seniorin nie in Frage
In der RTL-Sendung „Extra“ wies sieKritik an ihrer späten Schwangerschaft zurück und sagte: „Ich finde, das muss man für sich selber entscheiden.“ Für sie sei eine sogenannte Reduktion, also ein selektiver Schwangerschaftsabbruch bei Mehrlingsschwangerschaften, nie in Frage gekommen. Auch wenn die Zahl der Mehrligsgeburten in den letzten Jahrzehnten in Deutschland gestiegen ist, handelt es dabei meist um Zwillingsgeburten. Einen ganz außergewöhnlichen Fall gab es im vergangenen Jahr in Bayern. Dort waren bei einer Vierlingsgeburt in München zwei eineiige Zwillinge geboren worden. (ad)

>Bild: Sonja Mahr / pixelio.de