Vogelgrippe breitet sich stark aus: 30.000 Hühner werden wegen Geflügelpest gekeult

Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter aus. In Schleswig-Holstein müssen nun 30.000 Hühner einer Massentierhaltung getötet werden. In manchen Regionen soll eine Stallpflicht verhängt werden. (Bild: fotohansel/fotolia.com)
Alfred Domke
Geflügelpest auch in Massentierhaltung: 30.000 Hühner werden getötet
In Norddeutschland ist nun erstmals auch eine Massentierhaltung von der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie betroffen. In einem Betrieb in Schleswig-Holstein müssen 30.000 Hühner getötet werden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat einen Krisenstab einberufen.

Keine Übertragung des festgestellten Virus-Subtyps auf den Menschen bekannt
Das erneute Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland beunruhigt viele Bürger. Mittlerweile ist die Geflügelpest erstmals auch in einem Betrieb mit Massentierhaltung festgestellt worden. Eine Übertragung des Virus-Subtyp H5N8 auf den Menschen wurde bislang nicht bekannt. Andere Viren, wie H7N9 sind hingegen nachweisbar auf den Menschen übertragbar und können typische Vogelgrippe-Symptome, wie Fieber, Husten und Halsschmerzen auslösen.

Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter aus. In Schleswig-Holstein müssen nun 30.000 Hühner einer Massentierhaltung getötet werden. In manchen Regionen soll eine Stallpflicht verhängt werden. (Bild: fotohansel/fotolia.com)
Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter aus. In Schleswig-Holstein müssen nun 30.000 Hühner einer Massentierhaltung getötet werden. In manchen Regionen soll eine Stallpflicht verhängt werden. (Bild: fotohansel/fotolia.com)

Geflügelpest in Großbetrieb
Die Vogelgrippe breitet sich offenbar weiter aus, in Norddeutschland ist nun ein Großbetrieb betroffen. Wie aus einer Pressemitteilung der Landesregierung von Schleswig-Holstein hervorgeht, ist in einer Geflügelhaltung im Kreis Schleswig-Flensburg Geflügelpest amtlich festgestellt worden. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), wies demnach Erreger des Subtyps H5N8 nach.

In Schleswig-Holstein ist damit erstmals der Geflügelpesterreger in einer geschlossenen Tierhaltung nachgewiesen worden. „Bei dem Betrieb handelt es sich um eine Hühnerhaltungsanlage mit rund 30.000 Tieren. Alle Tiere müssen nun der Geflügelpest-Verordnung entsprechend getötet werden“, heißt es in der Mitteilung.

Für alle eine große Herausforderung
„Damit ist eine neue Stufe bei der derzeit grassierenden Geflügelpest erreicht. Sie ist hochaggressiv. Die Situation ist besorgniserregend und bedeutet für alle – Tierhalter und Tierhalterinnen, Behörden und Labore – eine große Herausforderung“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Den Angaben zufolge wird das FLI ein Team von Epidemiologen zur Klärung der Ursache der Einschleppung nach Schleswig-Holstein schicken.

Bundesweit einheitliches Vorgehen
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bedarf es schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen. Ziel ist es, die Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung zu bündeln und alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern“, so Schmidt.

Bei den Treffen wurde ein bundesweit einheitliches, risikobezogenes Vorgehen zum Schutz vor der Geflügelpest beschlossen. Laut dem Ministerium soll überall dort eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet werden, wo die Wahrscheinlichkeit eines Eintrages der hochansteckenden H5N8-Variante hoch ist. Das sind insbesondere Feuchtgebiete, Rastgebiete von Zug- und Wildvögeln, aber auch Gebiete mit einer hohen regionalen Dichte von Geflügelbetrieben. (ad)

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