Vogelgrippe im Rostocker Zoo: Alle Störche tot

Heilpraxisnet

Vogelgrippe im Rostocker Zoo: Alle Störche tot

10.01.2015

Alle zwölf Weißstörche im Rostocker Zoo waren mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8 infiziert. Drei sind daran verendet, die übrigen wurden vorsichtshalber getötet. Auch alle anderen Vogelarten des Zoos sollen nun auf den Erreger untersucht werden.

Alle zwölf Weißstörche infiziert
Die zwölf Weißstörche des Rostocker Zoos sind alle mit dem Vogelgrippevirus H5N8 infiziert gewesen. Dies haben erste Analysen ergeben, wie das Agrarministerium in Schwerin einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge mitteilte. Nun sollen sämtliche Vögel des Zoos (rund 500) auf den Erreger hin untersucht werden. Den Angaben zufolge waren in den vergangenen Tagen drei Störche verendet und neun vorsichtshalber getötet worden, ebenso wie 23 im selben Stall untergebrachte Enten.

Störche sind für das Influenzavirus anfälliger
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts für die Gesundheit der Nutztiere sind Störche empfänglicher für das Influenzavirus als Enten und Gänse. „Diese Wasservögel bilden das natürliche Reservoir für das Virus, sie setzen sich seit Jahrtausenden mit ihm auseinander“, erläuterte Institutssprecherin Elke Reinking auf der Ostseeinsel Riems. Im Gegensatz zu etwa Hühnervögeln zeigten die Wasservögel trotz Infektion keine Krankheitsanzeichen. Bei Nutzgeflügel sei dies auch so.

Vögel haben sich wegen räumlicher Nähe untereinander angesteckt
Reinking zufolge hatten sich die Störche sicherlich auch wegen der räumlichen Nähe untereinander angesteckt. Vögel seien in Gefangenschaft jedoch nicht generell empfänglicher für Viren als in freier Wildbahn. Es sei noch unbekannt, wie sich H5N8 auf Singvögel auswirkt. Der Rostocker Zoo blieb am Freitag wegen der Vogelgrippe geschlossen. „Es gibt keine neue Sachlage, aber wir wollen erst die Ergebnisse der restlichen Proben abwarten und auf Nummer sicher gehen“, erklärte Zoodirektor Udo Nagel.

Andere Erreger haben sich in der Vergangenheit als gefährlich erwiesen
Der Virus-Subtyp H5N8, der bereits im November und Dezember in Geflügelmastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen nachgewiesen worden war, kam bis vor relativ kurzer Zeit nur in Asien vor. In den vergangenen Jahren haben sich Erreger wie H7N9 oder H5N1 als besonders gefährlich erwiesen. Bei infizierten Menschen zeigten sich häufig erst nach Wochen typische Vogelgrippe-Symptome, die anfangs meist denen einer herkömmlichen Grippe ähneln. Es kommt dabei zu Beschwerden wie Fieber, Husten, Halsschmerzen und in manchen Fällen Atemnot. In selteneren Fällen treten Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen auf. (ad)

Bild: Gila Hanssen / pixelio.de