Vogelgrippe-Infektion in Hongkong

Heilpraxisnet

Erstmals wurde wieder eine Vogelgrippe-Infektion in Hongkong diagnostiziert: Seit fast sieben Jahre hat sichwieder ein Mensch in Hongkong nachweislich mit dem Vogelgrippevirus infiziert. Die örtlichen Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, dass die 59- jährige Frau nach einer China-Reise erkrankt und ihr Gesundheitszustand besorgniserregend sei.

Nachdem zunächst 1997 und danach zwischen Dezember 2003 und Sommer 2004, von der Region um Hongkong wiederholt größere Ausbrüche in mehreren Staaten im Raum Südost- und Ostasien ausgegangen waren, wurde während der letzten Jahre in Hongkong kein Mensch mit dem Vogelgrippevirus infiziert. Jetzt haben die Gesundheitsbehörden der autonomen südchinesischen Sonderverwaltungsregion angesichts des neuen Falles die Alarmstufe jedoch erhöht. Demnach besteht eine „erhöhte gesundheitliche Gefahr“ für eine Infektion mit dem tödlichen Vogelgrippevirus.

Vogelgrippevirus bei 59-jähriger Frau festgestellt
Bei der 59-jährigen Frau ist der Virus kurz nach ihrer Rückkehr von einer Reise innerhalb Chinas diagnostiziert worden, so die Auskunft der Gesundheitsbehörden. Zunächst seien die behandelnden Ärzte von einer Lungenentzündung ausgegangen, haben jedoch im Laufe der Untersuchung den Virus von Typ H5 bei der Patientin festgestellt. Ihr Gesundheitszustand ist derart kritisch, dass sie am Sonntag auf der Isolierstation des Princess Margaret Hospitals eingeliefert wurde. Wo sich die Frau genau angesteckt haben könnte, ist bislang ungeklärt. Auch bestünden keine Anzeichen für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Die Hongkongerin hatte mit ihrem Mann und ihrer Tochter unter anderem Shanghai, Nanjing und Hangzhou bereist, wobei sie mit ihrer Familie zahlreiche Märkte mit Frischfleisch aufgesucht hatte, so die Aussage der Behörden. Jedoch sei sie auch auf Märkten in Hongkong unterwegs gewesen, so dass eine Infektion in der Metropole nicht ausgeschlossen werden kann.

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Auch die Gesundheitsbehörden in Taiwan warnen
Da über Hongkong viele Taiwaner das chinesische Festland besuchen oder von dort zurückkehren, erhöhten auch die Gesundheitsbehörden in Taiwan die Alarmstufe und warnten vor dem Vogelgrippevirus. Die Gesundheitsbehörden rieten zur Vorbeugung und besonderen persönlichen Hygiene und empfohlen Reisenden sich von Märkten und Vieh fernzuhalten. Bei ersten Anzeichen einer Erkrankung, sollen sich die Betroffenen sofort bei den Behörden melden.

302 offizielle Todesfälle durch Vogelgrippe
Bisher wurden von den zahlreichen bestehenden unterschiedlichen Varianten der Vogelgrippeviren, nur H5N1, H7N3, H7N7 und H9N2 beim Menschen nachgewiesen. Während die letzten Drei nur milde Symptome auslösen, ist die Variante H5N1 hochpathogen. An ihr sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit bislang 507 Menschen erkrankt und 302 verstorben. Zuletzt war die Vogelgrippe im Jahr 2006 verstärkt aufgetreten, als aus Indonesien 55 Infizierte, aus Ägypten 18 und aus China 13 Infizierte gleichzeitig gemeldet wurden. Wobei jedoch ungeklärt ist, wie hoch die Dunkelziffer bei den Vogelgrippe-Infektionen lag. Denn in den ärmeren Regionen werden nach Ansicht der WHO mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht alle Fälle erfasst. In ländlichen Regionen wo Mensch und Tier eng zusammenleben, ist das Infektionsrisiko nach Aussagen der Gesundheitsbehörden besonders hoch. In China wurde in diesem Jahr bislang nur ein Vogelgrippefall gemeldet, ein weiterer mit tödlichem Verlauf hat sich in Ägypten ereignet und im Oktober haben sich in Indonesien zwei Menschen mit H5N1 infiziert. (fp, 19.11.2010)