Vollgesogener Tampon? Neue App meldet nötigen Wechsel

Frauen sollten während ihrer Periode Tampons regelmäßig wechseln, da sonst gesundheitliche Gefahren drohen. Eine neue Erfindung aus den USA soll es möglich machen, per App zu melden, wenn ein Tampon vollgesogen ist. (Bild: kellyreekolibry/fotolia.com)
Alfred Domke
Neue Erfindung: App meldet wann Tampon gewechselt werden muss
Frauen, die ihre Tage haben, wird in der Regel geraten, Tampons und Binden mindestens alle zwei Stunden zu wechseln, da sonst Gefahren für die Gesundheit drohen. Über eine neue App sollen Nutzerinnen künftig informiert werden, wann es Zeit für den Wechsel ist. Ab 2017 soll der „smarte Tampon“ erhältlich sein.

Gesundheitsgefahren durch Tampons
Geht es um die richtige Intimhygiene während der Menstruation, wird Frauen meist geraten, Tampons und Binden mindestens alle zwei Stunden zu wechseln. Wenn Tampons zu lange in der Scheide bleiben, drohen mitunter sogar lebensbedrohliche Gefahren. So wurde etwa im vergangenen Jahr über den Fall eines jungen Mädchens berichtet, das am Toxischen Schocksyndrom (TSS) verstarb, weil es vergaß, den Tampon zu wechseln. Eine neue Erfindung könnte künftig dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen den Wechsel nicht mehr vergessen. Ein Unternehmen aus den USA arbeitet derzeit an Tampons, die per Bluetooth mitteilen, wenn sie vollgesogen sind.

Frauen sollten während ihrer Periode Tampons regelmäßig wechseln, da sonst gesundheitliche Gefahren drohen. Eine neue Erfindung aus den USA soll es möglich machen, per App zu melden, wenn ein Tampon vollgesogen ist. (Bild: kellyreekolibry/fotolia.com)
Frauen sollten während ihrer Periode Tampons regelmäßig wechseln, da sonst gesundheitliche Gefahren drohen. Eine neue Erfindung aus den USA soll es möglich machen, per App zu melden, wenn ein Tampon vollgesogen ist. (Bild: kellyreekolibry/fotolia.com)

Gadget misst, wie voll der Tampon ist
Ein Startup-Unternehmen aus den USA stellt derzeit besondere Tampons her, die per Bluetooth mitteilen, wenn sie vollgesogen sind und es Zeit zum Wechseln ist. Der Tampon wird hierbei durch ein Bändchen mit einem Gadget verbunden, welches misst, wie voll der Tampon ist. Diese Informationen werden an eine App gesendet. Das Gadget wird am Bund der Unterhose befestigt. Die sogenannten „My.Flow“-Tampons sollen voraussichtlich 2017 auf den Markt kommen. Medienberichten zufolge soll der Sensor einmalig rund 40 Euro kosten. Die dafür notwendigen Tampons sollen im 50-Stück-Abo für knapp elf Euro verkauft werden.

Neue Erfindung soll Toxischem Schocksyndrom vorbeugen
Wie es heißt, soll „My.Flow“ unter anderem dem Toxischen Schocksyndrom (TSS) vorbeugen. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit mit dem Bakterium Staphylococcus aureus. Die Bakterien können zwar theoretisch durch jede Wunde in den Körper eindringen, doch häufig gelangen die Erreger über Tampons in den Organismus, vor allem wenn diese zu lange im Körper bleiben. Typische Symptome sind neben hohem Fieber unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall, Juckender Hautausschlag sowie ferner Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Eine Infektion kann zu schweren Kreislauf- und Organversagen führen.

Seltene Krankheit kann tödlich enden
Umgangssprachlich wird TSS auch „als Tamponkrankheit“ bezeichnet. Mit einer Infektionsrate von einer Person pro 200.000 Einwohner pro Jahr ist die Rate sehr selten. Allerdings kann die Krankheit auch tödlich enden, wie verschiedene Fälle zeigten. Ein TSS-Fall einer Prominenten sorgte vor einigen Jahren für internationales Aufsehen. Das ehemalige Vogue-Model Lauren Wasser verlor damals ein Bein, obwohl sie sich ihren eigenen Angaben zufolge an die Regeln gehalten und ihre Tampons regelmäßig gewechselt hatte. Die US-Amerikanerin ist sich sicher, dass falsches Material und mangelnde Aufklärung schuld an allem sind. Das Ex-Model macht sich seitdem für eine Veränderung der Materialien bei Tampons stark. Nach Meinung mancher Experten würden Tampons aus 100 Prozent Baumwolle ein deutlich geringeres Risiko darstellen. Der Großteil der Produzenten – auch in Deutschland – verwendet allerdings einen Mix aus Viskosefaser und Baumwolle, oder pure Viskose. (ad)

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